Antike Gäste

Auch über unsere nächsten Gäste, die uns am diesem Samstag nach dem Abendbrot aufsuchten hatte ich mich im iii informiert.

Danach war Harald Larsen ein Wikinger und gehörte zu der Gruppe seines Volkes, die nach der allgemein bekannten Geschichtsschreibung die ersten Europäer waren, die Amerika aufsuchten.

Überrascht stellte ich fest, dass einige mir bekannte Leute mit Symfortd-Ringen sich ebenfalls dort aufhielten. Ich stellte fest, dass sie irgendwie – wie konnte ich zumindest auf die Schnelle nicht recherchieren – nach Südamerika gelangt zu den Mayas gelangt waren.

Als sie ankamen sollt eine Priesterin – und Zaubertänzerin – namens Vera geopfert werden. Meinen „Freunden“  gelang es anscheinend Vera zu retten und sich anschließend nach Neufundland durchzuschlagen.

Dort trafen sich nicht nur Larsen und seine Wikinger, sondern Loretta Reyk, die Larsen und Vera einen Ring gab und sie zu Reykianern machte.

Vera, Larsen und die Symfortd-Leute fuhren anschließen übers Meer, durch Weser, Aller und Oker nach Braunschweig. Ari , ein Elektromagier  der ebenfalls der zu diesem Zeitpunkt schon ein Reykianer war, wohnt in einer Hütte am Bruch und war nebenbei noch Fischer. Nach meinen Recherchen stammte er aus dem antiken Griechenland. Seine Hütte diente als Tarnung für die damals nur unterirdische Station der Reykianer. Nun betrieb er eine Autowerkstatt an gleicher Stelle.

Larson ist nicht nur ein Wikinger, er sah auch so aus. Dass Vera eine Maya-Priesterin gewesen ist, deckte sich auch mit ihrem Aussehen.

Ari sah griechisch aus. Antik griechisch.

Wir hatten antike Gäste, denn auch Vera und Larsen waren schon etwas älter.

Bär ging mit den dreien die Geschehnisse an der Raststätte noch einmal durch. Da nicht nur ich, sondern auch Sie wahrscheinlich die Geschichte herbeten können, beschränke ich mich hier auf Auszüge.

Larson und Vera waren um viertel nach Sieben an der Raststätte aufgetaucht.

Sie hatten das Repp am Campingplatz benutzt. Als Grund für ihr Auftauchen, nannten sie Gerüchte darüber, dass die EODisten etwas vorhatten, was die Reykianer in ihren Plänen störte.

„Wie haben sie die magische  Versiegelung durchbrochen?”

„Wir beide haben keine bemerkt!”

„Dann hat sie entweder jemand durchgelassen oder das Repp lag innerhalb der Grenzen. Vielleicht hat sich das Repp irgendwie mit dem verriegelten Gebiet verbunden. Ich werde mal mit Dorothea reden.”


Ari machte sich bemerkbar: „Die Barriere war da. Ich fand sie vor als ich eintraf. Daher blieb ich außerhalb und beobachtete von außen.“

Unsere Gäste bestätigten uns zunächst, was wir bisher wussten.

Etwas wusste Bär allerdings nicht und deshalb fragte er Harald:

„Warum verschwanden Sie beim Eintreffen Leydens?”

„Wir haben einen Plan, der mit Leyden zu tun hat. Ich werde in ein paar Jahren Kontakt zu ihm aufnehmen. Leyden sieht mich dann das erste Mal in seinem Leben. Er ist Journalist. Er könnte sich an mich erinnern wenn wir uns treffen. Das wollte ich vermeiden.”

„Dies ist Ihr Plan B, wie mir zugetragen wurde. Ihr Plan A sieht soweit ich weiß vor, die gesamte Erde in einen Großkonzern zu verwandeln und so zu vereinigen, ist das etwa richtig.”

„So kann man es in etwa ausdrücken.”

„Wie lautet Ihr Plan B?”

„Ich glaube nicht, dass ich das hier erläutern muss. Ich werde es zumindest nicht tun.”

Die beiden Anderen machten ebenso entschlossene Gesichter wie Larson.

„Aber in diesem Plan spielt die Irminsul eine Rolle, nicht wahr?”

„Woher haben Sie das?”„Ich habe meine Quellen. Leyden spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, nicht wahr? Und er war durch Sengler gefährdet, nicht wahr? Haben Sie Sengler ermordet, um Leyden zu schützen?”

„Nein,” sagte Ari „wir hätten damit Leyden noch mehr gefährdet. Er ist schon genug bekannt und muss durch eine Morduntersuchung nicht noch bekannter werden. Wir werden schon genug Probleme haben sein Verschwinden zu erklären.”

„Sie müssen ja nicht vorausgesehen haben, dass Leyden verdächtigt wird.”

„Wenn wir Sengler umgebracht hätten, hätten wir dafür gesorgt, dass Leyden nicht verdächtigt würde.” sagte Vera. „Das können Sie uns glauben!”

„Ich bin zutiefst ungläubig. Sie könnten ja gewusst haben, dass ich eingeschaltet werde. Sie lassen sich ja Nachrichten aus der Zukunft zukommen, wie ich weiß. Damit würden Sie den Verdacht von sich lenken. Und später könnten Sie Beweise produzieren, die auf einen anderen Täter hinweisen. Zum Beispiel EODisten.”

„Wir halten Sie für zu gerissen, als das wir versuchen würden, sie zu täuschen!” meinte Ari.

Bär zeigte nur auf einer mentalen Ebene, dass er von dem Lob sehr angetan war.

Später fragte Bär Ari: „Warum sind sie dort aufgetaucht?”

„Larson musste sich aus den bekannten Gründen verdrücken. Wir erfuhren von ihm in der Werkstatt, dass sich eine illustre Gesellschaft in und bei der Raststätte befand. Wir hielten es für angesagt,

Vera dort nicht alleine zu lassen. Ich kam wie gesagt nicht ohne Aufsehen durch die Barriere. Ich wollte möglichst nicht gesehen werden. Wurde aber wohl doch.”

„Haben sie etwas gesehen.”

„Ich habe jemand gesehen, von dem sie vielleicht noch nichts wissen: Ahasver!”

Bär war weder auf der normalen noch auf der mentalen Ebene anzumerken, dass dies für uns neu war. Da mir Ahasver unbekannt war, hoffe ich uns nicht verraten zu haben.

„Wann sind sie gegangen?“ fragte Bär.

Vera erklärte, dass sie unmittelbar nach Mon-An und Therm gegangen sei. Ari hatte den Au(ruch der anderen noch beobachtet. Der Pater und der General waren zusammen aus der Gaststätte gekommen und zu Ihren Fahrern gegangen. Da der General seinen Fahrer scheinbar aufwecken musste, sind die beiden Pater zuerst gefahren.

Unsere Aufzeichnungen über das Gespräch sind umfangreich. In ihnen befindet sich sonst weiter nichts was uns weiterhelfen würde.

Nachdem unsere Gäste gegangen waren erhob sich Bär.

„Kommen Sie mit!“

Er ging in den Garten, wo Dorothea sich gerade über ein Pflanzen beugte. Sie bemerkte uns und sagte „Oh!“

„Ja, ich komme zu einer unüblichen Zeit. Es hängt mit unserem Auftrag zusammen. Sie haben mit unserer Detektei ja eigentlich nichts zu tun, weil sie wie Franz bei mir persönlich angestellt sind, aber ich muss sie um eine Auskunft bitten. Es gibt da einen Zauber, den Illusionisten anwenden, der sich magische Barriere nennt. Können Sie mir erklären wie der funktioniert?“

„Es gibt ja das Gerücht, dass Illusionisten eigene Zauber haben. Aber dies sind meist Weiterentwicklungen von Schratzaubern. Diese Barriere ist ein ganz alter Zauber. Wir wurden den Herrschern des Imperiums Ninoto geschaffen um unbekannte Planeten zu erforschen.

Dazu wurden unsere Gene soweit verändert, dass wir uns scheinbar mit der Umgebung zu verschmelzen. Ich sage scheinbar, denn die Verschmelzung findet im Auge der Betrachter statt. Wir sollten darüber hinaus, Feinde des Imperiums von den Planeten fernhalten. Dafür gab es einen Zauber, der Besatzungen von sich nähernden Raumschiffen suggerierte, dass sich eine Landung nicht lohnte. Mit der Zeit verliebten wir uns in die Welten auf denen wir lebten und sorgten dafür, dass sich auch die Imperialisten nicht mehr näherten. Dieser Zauber wurde wahrscheinlich auch auf der Raststätte ausgeführt. Jeder der sich näherte, verlor die Lust.“

„Wer kann so einen Zauber brechen.“

„Im Prinzip nur Nachkömmlinge von Schraten.“

„Im Prinzip?“

„Die Lieder von Elfen und Zaubersängern können die merkwürdigsten Folgen haben, auch das zufällige Brechen von magischen Barrieren. Bei Hexen und Altrasslern und ihren Nachkömmlingen bin ich mir nicht sicher.“

Wir gingen. Nach ein paar Schritten drehte ich mich um und fragte:

„Mit Nachkömmlingen von Schraten meinst Du Illusionisten.“

„Auch!“ – „Auch?“

„Es gibt da zum Beispiel auch Ahner mit Schratgenen!“

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