Ein Geist

Es gab verschiedene Orte, an denen man Richard Loppowski, genannt Riski Lopp, finden konnte. Es gab da eine Bank im Bürgerpark in der Nähe einer Okerbrücke, wo ich ihn öfter gesehen hatte. Dort saß er auch am Donnerstag, den 19. Juni. Mal wieder nicht allein.

Ich hatte ihn schon oft mit dem kleinen buckligen Mann dort gesehen und auch eine strubbelige Katze war schon um ihn herumgeschlichen.

 


Immer hatten sich die beiden von Riski entfernt, wenn ich mich näherte.

Das war auch heute so. Der kleine Mann schlenderte zu den Büschen, die Katze lief zur Okerbrücke und überquerte auf ihr die Oker.

„Oh, hallo Baldi!“ Er sah an mir herab und bemerkte meinen Reif:

„Bist Du nun auch unter die Magier gegangen!“

„Du auch?“

„Ja schon lange, quasi schon kurz nach meiner Geburt. Allerdings bin ich nur ein temporärer Magier.“ Er wies auf ein Wasserglas mit einem Löffel drin, das neben ihm stand.

„Du hast das von einem Kobold“

„Ja von mir!“ ertönte es aus dem Gebüsch. Der Bucklige trat hervor:

„Gestatten Oethapap!“

„Ah, Sie werfen scheinbar nicht nur mit Tennisschlägern!“

Der Kobold grinste: „Davon wissen Sie? Ja das war auch eine Auftragsarbeit!“

„Ja, vom vierten in unserem Quartett.“ Es war die strubbelige Katze, die auf die Bank sprang. „Gestatten Strolch!“

„Oh, der Gärtner erzählte mit von Ihnen! Aber der wo bleibt der Vierte!“

„Ich bin schon da.“ Die Stimme, die aus Riski kam, klang völlig anders.

„Ich bin Josef Waldner, auch als Josef Lobers bekannt.“

„Oh, ein Geist! Freut mich Sie endlich kennen zu lernen!“

„Da Du dich mit meiner Frau duzt und ein alter Freund von Riski bist, sollten wir uns auch duzen.“

„Gern. Deine Frau?“

„Hedwig! Wir sind immer noch verheiratet. Auch wenn Sie jetzt mit Grünfinger zusammenlebt. Manchmal besuch ich Sie in einem fremden Körper!

Aber was führt Dich her?“

„Ich recherchiere im Mordfall Sengler. Du warst da. Zumindest Riski!“

„Wir waren beide da!“

„Warum?“

„Weil wir vermuteten, dass ES da sein würde.“

„ES?“

„Ein Ahner aus der weiten Zukunft, wahrscheinlich ein Nachkomme von El Sander.“

„Und war er da?“

„Vermutlich, wir wissen nichts Sicheres! Es war soviel Magie auf der Raststätte, das wir ihn nicht richtig wahrnehmen konnten. Ein Sucher ist sowieso schwierig auszumachen.“

„Ist er in den Mordfall verwickelt?“

„Wenn er da war sicher. Er ist ständig in so etwas verwickelt. El Sander war allerdings nicht da. Wenn er da war, muss er einen anderen Vorfahren gefunden haben.“

Mehr konnte ich nicht erfahren.

Ich ging zurück in die Wallvilla und berichtete.

„Zufriedenstellend!“

Er wandte sich wieder seinen Computerspielen zu.

Damit ging mir Bär weiter auf die Nerven, ich versuchte erneut ihm

auf die Nerven zu gehen um einen weiteren Auftrag zu bekommen.

Vergeblich.

Am 20.08. kam um 16.15 Uhr wieder ein Anruf von Paul.

Diesmal änderte sich der Ablauf ein wenig, denn am Ende des Gespräches

sagte Bär: „Zufriedenstellend. Kommen Sie her!”

Er blickte zu mir rüber und sagte: „Holen Sie alle her. Morgen früh

um 10.30 Uhr!”

Ich sah ihn entgeistert an: „Soll ich zaubern?” fragte ich.

„Mir ist egal wie sie es anstellen. Holen Sie alle her! Ich weiß nicht,

was Sie wollen. Erst beklagen Sie sich, dass Sie nichts zu tun haben,

und dann beklagen Sie sich über Arbeit.

Er wandte sich wieder seinem Spiel zu. Einem Autorennen.

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