Gärtner

„Es wird Zeit,” verkündete Cäsar Bär, als er mich bei seinem Frühstück am Montag früh

in seinem Zimmer empfing, „dass Sie den Gärtner besuchen.”

„Und wie finde ich diesen Gärtner?” fragte ich und schrieb meine Wochenendpläne ab.

„Kommen Sie,” sagte die Katze „Ich zeige Ihnen den Weg.” Sie lag auf dem Bett zu Bärs Füßen.

„Nach dem Frühstück!” erklärte ich.

Bär stimmte mir zu. Hungern gehörte nicht zu den Dingen, die er anderen und vor allen seinen Mitarbeitern zumutete. Nach dem Frühstück recherchierte ich noch ein wenig.

Zusammengefasst stellte ich fest, dass sowohl der Gärtner, der Affe und die Katze Zweifelhaftewaren.

Die Katze, die sich als Madame Paula Cocasse und Partnerin der Detektei vorstellte, ging zum Repp in unserem Garten.

Ich folgte ihr und nach einigen Klinten und Ghoydern stand ich auf einer mir persönlich unbekannten Wiese, die von einem Wald umgeben war. Nur im Norden führte ein Weg von dieser Wiese weg.

„Ankunft,“ sagte Madame Cocasse.

Ich hatte es mir gedacht.

Mit einem Ploppen erschien nun auch der Schimpanse. Er sagte: „Ich heiße Fanio und habe die Ehre, der Diener von Madame zu sein.”

„Er ist mehr als ein Diener für mich!” sagte Madame

Dann rannte sie zur Wegmündung und sah zu mir rüber. Ich beeilte mich ihr zu folgen. Der Affe ging hinterher.


Nach einer Weile kamen wir zu einer Waldlichtung in der ein Haus stand. Cocasse stieß eine Katzentür an der Tür des Hauses auf und sprang hinein. Ich folgte durch die Tür. Hinter mir kam Fanio.

Ich betrat einen Raum. Der Raum war durch eine Glasscheibe geteilt.

Außerdem gab es noch eine Tür, an der Sauna stand. Die Sauna grenzte an die Glasscheibe.

Madame Cocasse verschwand in der Sauna, deren Tür sich wie von Geisterhand öffnete und schloss. Auf der anderen Seite der Glasscheibe, öffnete sich eine Tür und eine bullige Gestalt trat heraus.

Sie war schwarz und rot, hatte einen Schwanz, trug Hörner auf dem Kopf und wirkte sehr feminin. Sie öffnete eine Luke in der Erde und stieg hinunter.

Auch Fanio verschwand in der Sauna. Die Gestalt, die diesmal hinter der Glasscheibe hervor, sah der ersten ähnlich, wirkte allerdings sehr männlich.

Kurze Zeit später öffnete sich die Luke wieder. Ich dachte zunächst, dass einer der beiden wieder zurückkam. Aber das Wesen, das ich sah, war eine anderes männliches der gleichen Rasse. Er winkte mir zu und begab sich in die Sauna.

Ich gewahrte ein paar Haken und ein Handtuch. Ich zog mich aus und ging in die Sauna.

„Sie wollten mich sprechen,” sagte der Gehörnte

„Wenn sie der Gärtner sind?“

„Ja, der bin ich. Es wäre mir lieb, wenn wir nicht solange für unsere Unterhaltung bräuchten. Ich friere nämlich ziemlich schnell.”

In der Sauna herrschten etwa 95 o Celsius.

Ich hatte inzwischen ein wenig mehr über die Zweifelhaften gelesen und konnte zumindest präzise Fragen stellen:

„Gehörnte und Zweifelhafte sind zwei verschiedene Namen für dieselbe Rasse. Ebenso wie zum Beispiel Teufel, Satan und so weiter."

„Das stimmt, außer unserer Sicht allerdings nur zum Teil. Teufel und Satan sind eigentlich Familiennamen. Unsere Geschichte begann vor 2.761.101 Jahren auf Turan.

Turan wird auch Einsiedel II genannt. Einsiedel I ist Zolfan VII. Auf Zolfan VII landeten vor 1.989.756 Jahren die ersten Siedler.

Die Besiedlung geschah nach und nach. In der Galaxis tobte ein Krieg zwischen dem 1. Galaktischen Bund und dem Imperium Ninoto.

Einige wenige hatte genug davon und wollten in Ruhe leben. Da stieß jemand auf Zolfan VII. Ein unbewohnter Planet. Genug Platz für einige die Ruhe leben wollten. In allen damaligen Rassen gab es solche Sonderlinge sogar im Imperium Ninoto. 1.111 Jahre nach Beginn der Besiedlung von Zolfan VII landete Irene dort und brachte aus der Zukunft ein Raumschiff voller Menschen mit und mit der Ruhe war es vorbei. Inzwischen hatte sich auf Zolfan VII sich eine neue Rasse entwickelt, die man damals wegen ihrer Größe auch die Riesen nannte. Sie war besonders einsiedlerisch. Als Irene 1.000 Jahre wieder aubrach, gingen die meisten Riesen auch an Bord, verabschiedeten sich diese wieder an der Dunkelwolke um von dort in die Vergangenheit zu reisen um endlich ungestört zu leben. Damit alles geregelt werden konnte was auf einem Planeten geregelt werden musste, wählte man einen Chauvi. Der erste Chauvi übte sein Amt noch sehr widerwillig aus. Das tat nicht jeder. Irgendwann muss dann das Imperium Ninoto gegründet worden sein. Ich bin mir nicht ganz sicher wann, aber bald gab es die ersten gentechnischen Eingriffen.

Ich bin mir ebenfalls nicht sicher ob der Aufbruch der Hexen (und der Klabautermänner) eine Folge dieser Veränderungen war.

Meine Vorfahren hatten den Drang der Ur-Turaner: Sie wollten alleine sein. Uns wurde geholfen, wie wir jetzt wissen von Leuten aus dem Imperium Ninoto. Wir wurden gentechnisch verändert und gingen in die Tiefe. Und zwar immer tiefer und tiefer. Irgendwann war es zu heiß um noch durch Paarung Kinder zu erzeugen. Das führte zur ersten Klonung. Bei den ersten Klonungen entstand unser heutiges Aussehen. Und die Fähigkeit in einer anderen Gestalt auf der Oberfläche zu agieren. Ich bin eine genaue Kopie eines der ersten Klonungen. Unten ist sehr schön warm. Selbst hier ist es mir zu kalt, ich muss mich aufwärmen. Bis in einer Stunde.“

„Das passt sich gut, mit ist heiß!“

Ich kühlte mich ab und entspannte mich, dabei schlief ich ein. Fanio weckte mich und ich ging wieder in die Sauna.

Der Gärtner setzte seine Erzählung fort

„Wir kümmerten uns wenig um das oberirdische Geschehen. Allerdings entdeckten wir das Dankwarden, ein siebendimensionales ADPU. Damit gelangten wir vom Mittelpunkt von Turan zum Mittelpunkt anderer Planeten. Dabei entdeckten wir Hölle, einen Planeten mit angenehmen Temperaturen – für uns. Wir entdeckten auch die Erde, lange vor den anderen Rassen.


Meinem Freund Strolch wurde die Beobachtung der Erde übertragen. Ich kam erst, als Irene zurückkehrte. Dann wurde Strolch für Braunschweig zuständig-

Als das Imperium Ninoto zu übermächtig wurde, schlossen wir zunächst das Bündnis Pfefferkuchen-Hölle. Später waren wir bei der Gründung des 1. Galaktischen Bundes dabei.

Als wir gewahr wurden, dass hier auf der Erde einiges im Gange war, verstärkten wir unsere Aktivitäten hier. Da wir immer auf der Seite der Aufklärung waren, wurden wir diskriminiert. Und jetzt ist mir wieder kalt.“

Auch diese Pause verlief wie die erste, einschließlich Schlaf und Wecken.

Nun stellte ich meine Fragen:

„Sie haben da ein paar Leute in die Raststätte Allertal geschickt. Warum?

„Wir hatten unbestätigte Informationen von einer Operation, die die gesamte Menschheit gefährdet hätte. EODisten und dieser Mon-An wollten moderne Waffen in die Vergangenheit versenden.

Das ist nicht ganz einfach. Aber sie hatten scheinbar einen Weg gefunden. Wir wollten herausfinden, was genau gespielt wird.”

„Warum gingen Sie nicht selbst?”

„Meine oberirdische Gestalt ist eine Schlange, da bin ich nicht besonders handlungsfähig. Daher habe ich vor langer Zeit einige Menschen rekrutiert, die man Symfortd-Leute nennt.“

„Warum ging nicht ein anderer von Ihnen zu der Raststätte?”

„Es waren zwei von uns dort. Putzi und Caro.

„Putzi ist einer von Ihnen?”

„Ja!”

„Und wer ist Caro? Bzw. was ist seine Gestalt?”

„Ihr Imago ist Rabe!”

„Kann ich mit ihr reden.”

„Wenn Sie einen Moment warten. Gehe ich kurz nach unten und sehe nach ob sie da ist. Ich kann mich auch gleich ein wenig erwärmen.”

„Und ich mich ein bisschen abkühlen!”

Wir verließen beide die Sauna. Ich stellte mich unter eine Dusche, die ich im Vorraum fand und nahm Wechselbäder.

Der Gärtner verschwand in der Luke.

Nach einiger Zeit kamen zwei Gehörnte aus der Tiefe.

Caro schilderte die mir schon bekannte Reihenfolge. Sie saß während der Zeit meist auf irgendeinen Baum oder flog zwischen Ihnen herum.

„Haben Sie irgendetwas während des Mordes gesehen?” wollte ich

wissen.

„Ich habe den Mord gesehen!” sagte sie.

Ich war baff. „Und wer hat geschossen?”

„Das weiß ich nicht. Die Waffe schwebte etwa einige Meter über der Erde. Es war keiner in der Nähe. Sie muss magisch geführt worden sein.”

„Wie geht das?”

„Man nennt es Telekinese. Einige magisch begabte Wesen können derartige Zauber.”

„Sie auch?”

„Ja.”

„Dann können auch Sie geschossen haben!”

„Ja, aber ich habe nicht. Hätte ich sonst davon erzählt?”

„Es könnte ein Trick gewesen sein! Bär und ich hätten es später sicher auf andere Weise herausbekommen.”

„Ja. Aber es war keiner. Kann ich jetzt gehen. Ich bin auf Heimaturlaub und möcht’ in dieser Zeit die Wärme genießen.”

„Bitte!” sagte ich. „Es kann aber sein, dass Bär noch einige Fragen hat!”

„Ich sorge dafür, dass sie zur Verfügung steht.” sagte der Gärtner.

„Haben Sie noch Fragen an mich?”

„Ja!”

„Können wir noch eine Pause einlegen? Mir wird kalt.”

„Das kommt mir sehr gelegen. Mir wird heiß!”

Nach der Pause wollte ich wissen, warum die Symfortd-Leute unbedingt anwesend sein sollten, wenn zwei Zweifelhafte dort waren.

„Zum einem wussten wir nicht, ob ein kurzfristiges Eingreifen notwendig war. Zweitens hätte Putzi nicht allein in die Raststätte gehen können.”

„Sogan hätte doch gereicht!”

„Ja, aber zum einem ist er unerfahren, zum anderen wollten wir die EODisten ein wenig erschrecken. Wenn so viele Symfortd-Leute dort auftauchen, würden sie ein wenig vorsichtiger und langsamer vorgehen. Oder ihr Vorhaben ganz abbrechen.”

„Ein Mord in ihrem Umfeld hätte eine ähnliche Wirkung.”

„Sie haben Recht. Aber eine Enthüllung durch einen Journalisten wäre noch besser.”

„Haben Sie Sengler die Informationen zugespielt.”

„Nein. Wir suchen uns für solche Fälle seriösere Leute aus.”

„Wissen Sie wer die Quelle von Sengler gewesen sein könnte?”

„Nein.”

Mehr Informationen konnte ich nicht ergattern.

Auf dem Rückweg unterhielt ich mich mit Madame. Sie war von Adel.

Allerdings war sie nur die zweite Tochter einer Gräfin der Unterwelt und nicht erbberechtigt. Da Ihre Leidenschaft das Lösen von Mordfällen war, hatte sie sich Bär angeschlossen. Als Beraterin.

Ich sollte Sie Madame Paula nennen. Das wäre die richtige Anrede. Wie der Gärtner gehörten Madame Paule und Fanio Klone zu den ersten Klonen. Fanio hatte im Krieg zwischen dem Imperium Ninoto und dem 1. Galaktischen Bund zu Madame Paulas Leuten gehört und ihr das Leben gerettet. Seitdem waren die beiden unzertrennlich.

Ich erstattete Bär nach meiner Rückkehr Bericht. Bär hatte mir eine Technik vermittelt, die ich nun anwendete. Mit Hilfe des Computers entstanden in unserem Büro die Szenen neu. So dass nicht nur ein wörtlicher sondern auch ein bildlicher Bericht erfolgte.

„Sehr zufriedenstellend,” lobte mich Bär.

Dann tippte er auf seinem Computer herum, auch auf meinem Bildschirm erschien das Ergebnis seiner Abfrage: Neben den Gehörnten konnten Altrassler, Hexen, Elfen, Schrate und die Geflügelten sowie deren Cybride magische Dinge bewegen. Je nach Vorfahren auch Ahner.

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