Groß und Klein

Ich kam pünktlich zum Mittagessen zurück.

Danach informierte ich mich über Archie Mon-An und Arthur Therm im iii. Sie waren die nächsten Gäste in der Wallvilla.

Archie Mon-An sei ein Zwerg und mit 1,25 dafür normal groß, las ich. Er sähe ganz harmlos aus, sei aber selbst für einen Zwerg sehr raffgierig. Sein harmloses Aussehen hälfe ihm beim Übertölpeln.

Er bezeichne sich gern als Händler und wäre ein Schwarzen Magier.

Leichte Verwunderung klingt im Artikel des iii über Arthur Therm mit, weil er sich als Altrassler mit einem Zwerg eingelassen habe. (Er gehörte also der Rasse an, von der ich, neben dem Menschen, abstamme.) Er war also genau einen Meter größer als Mon-An. Er wurde als Kompagnon oder Gehilfe von Mon-An bezeichnet. Auch er sei ein Schwarzmagier. Irgendwie gewann ich den Eindruck, das Therm mehr ist als nur ein Gehilfe. Irgendwie schien er voller Geheimnisse von unbekannten Motiven geleitet.

Die Bilder, die ich sah, ähnelten den beiden, dich ich kurz zuvor im Okerhafen im Mittelalter gesehen hatte. Sie waren aber zu weit weg gewesen, als dass ich sie einwandfrei identifizieren konnte.

Wir verzichteten auf irgendein Programm, als wir sie am Freitagnachmittag einließen. Bär meinte, bei den beiden sei das zwecklos.

Mon-An ließ sich im grünen Ledersessel nieder und Therm auf einem der blauen Stühle.


Katze und Schimpanse wirkten angespannt.

„Ich habe gehört, dass sie den Mord an Sengler untersuchen.” eröffnete Mon-An das Gespräch.

Gespräche zwischen Mon-An und Bär gleichen Duellen oder Schachspielen.

„Woher haben sie das gehört?” fragte Bär.

„Ich habe meine Quellen!” antwortete der Zwerg.

„Aha,” machte der Kobold.

„Sie waren wegen irgendwelcher Waffengeschäfte und deren Folgen in der Gaststätte Allertal am Tag des Todes.”

Mon-An`s Blick wurde wachsam: „Woher wissen sie das?”

„Ich habe meine Quellen!”

„Also gut: Ja!”

„Hatte Sengler davon erfahren?”

„Darauf muss ich nicht antworten!”

„Doch, und Sie wissen dass Sie das müssen. Aber Ihre Antwort reicht mir. Wie hat Sengler davon erfahren?”

„Ich weiß es nicht. Ich glaube nicht, dass bei mir eine undichte Stelle ist. Außer Arthur weiß keiner in meiner Organisation etwas davon.”

Bär wandte sich an Therm: „Haben sie eine Erklärung?”

„Nein!”

 „Also muss die undichte Stelle bei den EODisten sein! Es muss sehr unangenehm für Sie gewesen sein, dass ein Journalist hinter ihre Machenschaften gekommen ist. Sie sind bestimmt nicht böse, dass er tot ist.”

„Ja. Aber ich habe ihn nicht umgebracht. Der Wagen lag im Graben und Sengler war tot als ich vorbeifuhr.”

„Aber Beweise dafür haben sie nicht?”

„Aber Sie können uns auch nichts anderes beweisen!”

„Vorerst nicht!

„Als Sie zuvor in der Raststätte ankamen, waren Ihre Geschäftsfreunde schon da. Pater Magnus und der Fahrer des Generals waren auf dem Parkplatz. Ist Ihnen sonst was aufgefallen?”

„Nein!”

„Sie,” Bär wandte sich an Mon-An „gingen in die Raststätte. Sahen Sie dort Bekannte?”

 „Woher wissen sie das!”

„Ich habe es ihm gesagt!” mischte sich Therm ein. „Ich kann das von weiten feststellen.”

„Aber Beweise dafür haben sie nicht?”

„Aber Sie können uns auch nichts anderes beweisen!”

„Vorerst nicht!

„Als Sie zuvor in der Raststätte ankamen, waren Ihre Geschäftsfreunde schon da. Pater Magnus und der Fahrer des Generals waren auf dem Parkplatz. Ist Ihnen sonst was aufgefallen?”

„Nein!”

„Sie,” Bär wandte sich an Mon-An „gingen in die Raststätte. Sahen Sie dort Bekannte?”

 „Ja, außer Pater Michael und dem General waren Larson, Vera und Lee Nad da!”

„Sie kennen Lee Nad.” Bärs Stimme vibrierte ein wenig, er schien etwas erregt.

„Ja. Und ich finde ihn noch schlimmer als sämtliche Symfortd-Leute.”

„Warum?”

„Er ist so... gradlinig. Und er versucht immer alle Leute zu beschützen. Selbst mich! Andererseits stört er immer wieder meine Aktionen. Danach kommt er vorbei und entschuldigt sich. Aber, so erklärt er, es sei für den Schutz aller Lebenden des Universums notwendig gewesen. Ein seltsamer Mensch. Das heißt: Ist er ein Mensch?”

„Ich stelle hier die Fragen!” donnerte der Kobold

Dann wurde seine Stimme leise und eindringlich

„Nach Ihnen kam Sengler?”

„Ja leider. Und ich weiß nicht wie er es geschafft hat. Pater Thomas hatte alles magisch verriegelt. Eigentlich hätte keiner rein kommen können. Larson als Sucher konnte den Zauber erkennen und Vera als Zaubertänzerin konnte eine Lücke schlagen. Wie Lee Nad hereinkam weiß ich nicht. In den anderen Gruppen waren Altrassler bzw. Sucher sowie Illusionisten. Hedwig als Hexe konnte sicher ebenso durch wie dieser Sänger oder der Tänzer. Aber der Journalist konnte ohne fremde Hilfe nicht reinkommen.” - „Diese Magische Verriegelung ist eine Illusion, die nur durch Magie gebrochen werden kann. Ist das richtig?”

„Ja.”

„Das würde aber auffallen. Oder?”

„Na ja, ich weiß nicht!”

„Wie kamen Sie rein.”

„Pater Thomas hatte personenspezifische Lücken gelassen.”

„Sengler kam nach Ihnen, war er aus Versehen mit rein gekommen.”

„Ich glaube nicht, dass das geht. Aber fragen sie einen Illusionisten oder einen Schrat.”

„Ist Ihnen irgendetwas aufgefallen?” wandte sich Bär an Therm.

„Nein!”

Bär wechselte zu Mon-An: „Sengler kam direkt zu Ihnen an den Tisch oder?”

„Ja?”

„Was wollte er?”

„Er machte nebulöse Andeutungen, aus denen deutlich wurde, dass er eine ganze Menge wusste. Allerdings nicht alles. Und er machte deutlich, dass er für sein Schweigen bezahlt werden wollte.”

„Wie nah war er an der Wahrheit?”

„Weit weg! Ich glaube nicht, dass er die Wahrheit geglaubt hätte. Kobolde, Zwerge, Magier und andere derartige Wesen gehören für Terraner in Bücher und Filme. Nicht in die Wirklichkeit. Auch Cybride brauchen, wenn sie über ihre zweite Herkunft erfahren, ja eine ganze Zeit, um dieses zu akzeptieren!”

Was ich bestätigen kann. Nachdrücklich!

„Sengler war keiner?”

„Nein. Ich habe Ihn gescheckt, als wir das erste Mal von Ihm hörten. Er hat zwar so was wie einen sechsten Sinn, aber sein magisches Potential ist fast gleich null. Nichts was verstärkt werden könnte. Sein sechster Sinn ist eher ein animalischer Rest der Affenmenschen als von irgendeinem Spacer auf diesen Planeten vererbt.”

Bär sah wieder Therm an: „Sie waren die ganze Zeit auf dem Parkplatz. Hat Sengler mit irgendjemand Kontakt aufgenommen?”

„Nein, er blickte von einem zum anderen und grinste. Dann ging er in die Raststätte!”

„Dann kam die Symfortd-Truppe mit Putzi. Der Zaubersänger und die Elektromagierin blieben draußen. Benutzte der Sänger seine Gitarre?”

„Ja, er klimperte die ganze Zeit darauf herum.”

„War magische Energie spürbar?”

„An der Raststätte war soviel magische Energie, da war es mir nicht möglich, irgendetwas zu lokalisieren. Im Gegenteil, ich hielt es für günstiger mich gegen die magische Energie abzuschirmen. Eine so geballte magische Ladung kann sogar mir schaden.”

Mein Boss wandte sich wieder an den Zwerg, dieser sagte ungefragt:

„Die Symfortd-Leute kamen herein und setzten sich an einen Tisch und beobachteten uns. Dieser verdammte Teufel kam zu uns an den Tisch und schnüffelte herum.”

Ich frage mich, warum er einen so netten Pudel als Teufel bezeichnete.

„Und Pater Thomas schnüffelte am Tisch der Symfortd-Gruppe. Hat er etwas herausbekommen.”

„Ich weiß nicht. Ich habe nach der Geschichte erst einmal keinen Kontakt mehr aufgenommen. Ich bin Geschäftsmann. Ich arbeite mit allen zusammen, die meinen Geschäften förderlich sind. Und ich bin vorsichtig, wenn meine Interessen gefährdet werden. Die Ziele der EOD-Organisation sind mir egal.”

„Auch wenn Sie diese Welt zerstören?”

„Was bedeutet schon diese Welt? Es gibt andere! Außerdem gibt es genug andere Interessengruppen, die das Allerschlimmste verhindern werden. Und im Chaos gedeihen meinen Geschäfte an besten.”

„Sie können aber auch mit hierarchischen Strukturen leben!”

„Eine Zeitlang finde ich es recht einträglich. Wenn ich mit dem oder den Herrschenden auskomme. Und Alleinherrscher haben oft die Tendenz zu überziehen. Was zu Revolutionen reizt. Da lässt sich gut verdienen.”

„Aber zurück zum Geschehen an der Raststätte. Vor dieser ganzen Schnüffelei kamen noch andere Gäste.

Zunächst kam Ronald Leyden. Wie auch immer und mit wessen Hilfe er die magische Verriegelung durchbrochen hat. Schien er jemand zu kennen?”

„Nein, er sah sich zwar sorgsam um und registrierte alles.” antwortete der Riese und der Kobold fügte hinzu: „Uns kannte er allerdings. Aber das wissen Sie wahrscheinlich schon.”

„Leyden war und ist Ihnen noch auf den Fersen. Er kann Ihnen gefährlich werden. Es wäre nicht unangenehm für sie, wen er aus dem Verkehr gezogen wird.”

„Ich vermute, dass ihm einiges bevorsteht, das ihn ablenkt!” antwortete Mon-An.

„Und zwar?”

„Die Reykianer verfolgen einen Plan. Nicht den allgemein bekannten, sondern einen Alternativplan. Er hat irgendetwas mit einer Zeitmaschine namens Irminsul zu tun. Da ich diese Maschine schon benutzt habe, kenne ich die Leute die sie bedienen. Da habe ich das eine und das andere aufgeschnappt. Die Reaktion Harald Larsons beim Eintritt Leydens bestätigt im Prinzip meinen Verdacht.”

„Wieso? Was tat er.”

„Er starrte zu Leyden, tuschelte mit Vera und verschwand mit magischer Tarnung. Er wollte anscheinend nicht von Leyden gesehen werden.”

„Zur selben Zeit kamen Hedwig Waldner und Herbert Grünfinger. Sie gehören nicht zu Ihren Freunden, nicht wahr?” erkundigte sich der Kobold.

„Graue!” Mon-An legte seine ganze Verachtung in dieses Wort. „Edle, selbstgerechte Personen. Da ist mir dieser Lee Nad fast lieber. Es sind die Ehrlichen, die diese Welt zu Grunde richten!”

„Der Sänger, die Elektromagierin, der Fahrer des Generals und der Pater waren die ganze Zeit bei Ihren jeweiligen Fahrzeugen?” wandte sich der Kobold wieder an den Altrassler.

„Ja!”

„Haben Sie sich mit jemand unterhalten?”

„Nein, das Symfortd-Paar war recht misstrauisch. Obwohl ich denen nie etwas getan habe. Mit den drei Patern kann ich nicht besonders gut. Der Soldat war mir unbekannt. Außerdem war mir nicht ganz klar, ob nicht noch irgendjemand in den Büschen stand. Es waren mir zu viele Magier an einem Ort. Das konnte weitere anlocken. Also verhielt ich mich ruhig und beteiligte mich an den gegenseitigen Beobachtungen. Und blieb ebenfalls bei meinem Wagen.”

„Haben Sie irgendetwas bemerkt?”

„Ja. Etwa eine viertel Stunde nachdem Larson gegangen war, tauchte Ari auf. Er hielt sich aber abseits der Raststätte auf und beobachtete alles von dort.”

„Innerhalb der magischen Verriegelung?”

„Ja, ich glaube. Aber so genau habe ich die Grenzen nicht registriert.”

„Als Larson ging, begann das gegenseitige Beschnüffeln, oder?”

„Ja!” war die knappe Antwort.

„Sie verscheuchten Putzi und dann entdeckte die Serviererin die Überreste

des Pater Thomas?”

„Ja, es war sehr interessant zuzusehen wie sich die EODisten und die Symfortd-Leute umschlichen und im Prinzip keinen Erfolg hatten!“

„Leyden ging dann auf die Toilette?”

„Er ging zumindest in diese Richtung.”

„In welcher Reihenfolge gingen die anderen Beteiligten?”

„Zunächst Sengler, dann die beiden Grauen, die Symfortd-Truppe

mit dem Pudel und dann wir beiden.”

Mehr war nicht zu erfahren.

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