Kirche und Militär

Es war Sonntag gegen 11.00 Uhr. Andere Leute gingen in die Kirche. Wir ließen die Kirche zu uns kommen. Wir hatten gleich drei Vertreter der Kirche in unserem Haus. Und sie kamen in militärischer Begleitung.

Ich hatte mein bisheriges Wissen im iii ergänzt.Pater Michael, der laut Ronald in Waffengeschäfte verwickelt sein sollte, war ein Sucher wie ich.

Dass Pater Thomas, der Serviererinnenerschrecker ein Illusionist war, setze  ich als bekannt heraus.

Und Pater Magnus, von dem ich bisher nur wusste, dass er Auto fahren konnte und sich auf dem Parkplatz in Allertal getummelt hat, war ein Computermagier.


Die drei Vertreter der Kirche wirkten in ihren schwarzen Gewändern ziemlich gleich.

Sie waren etwa gleich groß und breit. Ihre Kapuzen verdeckten die Stirn ihres blassen Gesichts, darunter funkelten ihre tief liegenden grüngrauen Augen. Ich hatte Bilder ohne Kapuzen im iii gesehen, auch da waren sie mit ihrem fast identischen schmalen dünnen Haarkranz schwer zu unterscheiden.

Ihr Aussehen deutet auf eine Verwandtschaft hin. Wie ich dem iii entnommen hatte, sie sind auch so etwas wie Brüder. Dort erfuhr ich auch, dass sie schon länger in Braunschweig wohnten, obwohl sie hier nicht das Licht der Welt erblickten. Einige Zeit wohnten sie im Kloster Cyriakus. Das Kloster lag in der Nähe des Bruches.

Und in der Nähe einer gewissen Fischerhütte. Auch unter dem Kloster lag eine geheime Station. Auch diese Station gibt es noch heute.

Auch die EODisten hatten nun eine Autofirma. Sie hieß Meier & Co. Herr Meier ist Elektromagier und gehört ebenfalls der EOD an.

Alle drei trugen eine Art Siegelring, auf den die Buchstaben E, O und D in einander verschlungen waren. Von den beiden Militärs trug nur der blonde und blauäugige General, der die Patres um einen Kopf überragte, einen Ring gleichen Aussehens.


Über General Fröhlich erfuhr ich lediglich, dass er auch ein Computermagier sei.

Der zweite Soldat war nur Hauptgefreiter, hieß Fred-Martin Kallwinkel war klein, mager und blass. Über ihn konnte ich im iii nichts erfahren.

Dass er ein Fahrer war, ist ja ebenfalls schon berichtet. Er trug keinen Schmuck. Er setzte seine Mütze ab und legte sie auf seinen Schoß, als er sich setzte. Dann holte er ein Feuerzeug heraus und legte es auf die Mütze und dann seine Hand auf beides.

Pater Michael machte ein paar Handbewegungen und sagte: „Kallwinkel muss nicht alles wissen. Ich habe ihn ausgeblendet.“ Kallwinkel machte einen abwesenden Eindruck.

Ich konnte den Zauber inzwischen auch. Es ist sehr kompliziert.

Das was während der Wirkung dieses Zaubers Magier besprachen, wurde von Nicht-Magiern nicht wahrgenommen. Damit keine Zeitlücken bei den Nicht-Magiern entstanden, verliefen die Zeiten beider Gruppen unterschiedlich schnell.

„Ich brauche aber auch seine Aussage. Sie müssen ihn zwischendurch vom Zauber befreien.

Doch zunächst zu Ihnen, Pater Thomas. Sie haben die Raststätte versiegelt. Was genau haben sie getan?“

„Da wir nichts zu verbergen haben, werde ich Ihnen offen antworten. Zunächst haben ich die Zufahrt mit einer Illusion blockiert, alle Vorbeifahrenden hatten kein Bedürfnis auf die Raststätte zu fahren.

Dann sorgte ich mit einer weiteren Illusion dafür, dass alle Besucher die Raststätte verließen. Dann schirmte ich das ganze Gelände ab. Es sollte keiner durchkommen.“

„Es kamen aber doch welche durch!“

„Meist magisch Begabte, irgendwer muss eine oder mehrere Lücken in die Barriere geschlagen haben.“

Bär machte mir einem Blick deutlich, dass er auch mit Kallwinkel sprechen wollte.

Pater Michael ließ die persönlichen Zeiten wieder parallel laufen.

„Sie kamen etwa gleichzeitig an,“ wandte sich Bär an die beiden anderen Pater sowie an die Soldaten.

„Ja erst kamen wir beide,“ sagte Pater Magnus, „Michael ging in die Raststätte, dann kam der General mit seinem Fahrer.“

Bär wandte sich an den Obergefreiten: „Sie blieben auch draußen. Was taten Sie?“

„Ich lehnte mich ans Auto und döste vor mich hin. Ein Soldat lernt abzuschalten. Er schläft im Stehen und im Sitzen. Kann aber sofort wieder geweckt werden und ist voll da.” erzählte er mit einigem Stolz.

Der Zauber wurde auf Bärs Wink wieder in Kraft gesetzt.

„Haben Sie Kallwinkel auf dem Parkplatz ausgeblendet?“ wandte sich Bär an Pater Michael.

„Nein,” antwortete er. „Er sollte draußen warten. Es ist nicht gut, wenn man den Zauber zu häufig anwendet. Außerdem kostet zaubern Energie und Konzentration.”

„Sie werden u. a. Tres Patres genannt.“ fragte Bär die drei Kapuzenträger.

„Ja, allerdings nur in Magier-Kreisen.“

„Man erzählt, dass sie die Gründer der EOD sind!“

„Nein zu viel der Ehre, wir waren lediglich die ersten Mitglieder!“

„EOD kommt vom Song „eve of destruction, der Abend der Zertrümmerung. Sie wollen die Welt zerstören?“ (Siehe auch Wikipedia)

„Nur im Notfall. Unser Auftrag ist diese Welt daran zu hindern sich zu vereinigen und sich dem 2. Galaktischen Bund anzuschließen.

Wenn das nicht gelingt, ist die Zerstörung der Erde eine Alternative. Da auch wir am Leben hängen, ist die Verhinderung der Vereinigung die bessere Alternative.“

„Sollen nicht auch gewisse gentechnische Manipulationen geheim gehalten werden?“

„Da fragen sie besser unsere Auftraggeber!“

„Ihre Pläne drohten von Sengler veröffentlicht zu werden. Ein Grund zum Morden. EODisten haben schon für weniger gemordet, wie ich weiß!”

„Sengler,” erläuterte der General „wollte nicht veröffentlichen. Er wollte Geld. Er war ein gemeiner Erpresser. Wäre er magisch begabt, hätte man seine Rekrutierung erwägen können. Er passte ganz gut zu unserem Haufen.”

„Aber zahlen tut doch keiner gern.”

„Wir haben die nötigen Mittel um den lächerlichen Forderungen nachzukommen. Wir hätten eine Zeitlang gezahlt. Danach hätten wir bessere Methoden gehabt, ihn aus dem Weg zu räumen, als ausgerechnet in unserer Nähe zu ermorden. Wir sind mit unseren Wagen an der Leiche vorbeigefahren. Zumindest das hätten wir vermieden.”

„Warum haben Sie nicht gehalten?”

„Weil wird nicht noch mehr mit der Sache zu tun zu bekommen.”

„Es kann aber auch Absicht gewesen sein um Ermittler wie mich zu täuschen.”

„Und uns normale Ermittler auf den Hals zu hetzen, die uns nun andauernd befragen und beobachten, so dass wir zur Untätigkeit gezwungen sind. Uns kann nichts Besseres passieren, als dass der Mord aufgeklärt wird, damit wir wieder unseren Geschäften nachgehen können.”

„Wieso wollten Sie zahlen?”

 „Weil wir versuchen wollten, seine Informationsquelle zu finden. Das ist viel wichtiger als leicht zu ersetzendes Geld.”

„Wie können sie beweisen, dass sie die Quelle noch nicht kennen?”

„Wir stehen vor einem großen Rätsel. Eigentlich kann nur ein magisch Begabter die Informationen erhalten haben. Ein EODist verrät aber nichts aus der Organisation. Er kann es gar nicht. Eigentlich kämen nur Reykianer und Symfortd-Leute als Spione in Frage.

Aber die Art der Informationen ist so, dass sie aus unserer unmittelbaren Nähe stammen muss.”

„Was meinen Sie mit unmittelbarer Nähe?”

„Aus der Nähe der Tres Patres oder aus meiner Nähe,” erklärte der General.

„Aber auch Mitglieder anderer Rassen kämen doch in Frage. Ahasver war zum Beispiel in der Nähe.”

„Oder Sie oder einer Ihrer Leute,” ereiferte sich Pater Michael.

„Ich habe in dieser Angelegenheit nicht ermittelt!”

„Ha,” machte Pater Magnus.

„Haben Sie sich deswegen an den Tisch der Symfortd-Leute herangeschlichen?

Um heraus zu bekommen, ob diese Informationen von diesen weitergegeben wurden?”

„Ja und nein; ich war zumindest verwundert, dass sie auftauchten. Ich hatte nicht mit Ihnen gerechnet. Irgendein Vogel schien dort gesungen zu haben. Ich wollte wissen, was sie vorhaben.”

„Haben sie es erfahren?”

„Nein, die Serviererin schrie zu früh.”

„Was taten Sie dann.”

„Ja. Eigentlich wollte ich überall herumschleichen. Aber da ich einmal entdeckt worden war, traute ich mich nicht mehr.”

Das ging so noch eine Weile weiter, allerdings ohne neuen Erkenntnisgewinn.

Den Rest des Sonntags vergnügte ich mich privat.

Weiter mit: Gärtner

zurück zu: Antike Gäste

Inhaltsverzeichnis