Braunschweig Rangierbahnhof - Rüningerfeld - HGBF - Ausbesserungswerk - Bahnhof St. Leonhard

Ehem. Reichsbahn-Ausbesserungswerk Braunschweig - Westfassade der Richthalle Von Verograph - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20309074
Ehem. Reichsbahn-Ausbesserungswerk Braunschweig - Westfassade der Richthalle Von Verograph - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20309074

Ich bin bei meinen Recherchen auf den Braunschweiger Rangierbahnhof gestoßen und in diesem Zusammenhang auf das Rüningerfeld.

Ich habe beschlossen hier auch über die Rangierbahnhöfe, das Ausbesserungswerk und den HGBF zu informieren.

Da der HGBF im Netz totgeschwiegen wird, war die Recherche mühsam


Rangierbahnhof

Wikipedia:

Rangierbahnhöfe sind die Zugbildungsbahnhöfe des Einzelwagenverkehrs (Transport einzelner Güterwagen in gemischten Zügen statt Ganzzügen) im Güterverkehr der Eisenbahn. In Österreich werden sie Verschiebebahnhof (Vbf) genannt; eine Bezeichnung, die bis 1960 teilweise auch in (hauptsächlich Nord-)Deutschland offiziell war und umgangssprachlich bis heute häufig anzutreffen ist.

Unter Wikipedia / Rangierbahnhof findet Ihr viel Wissenswertes über Rangierbahnhöfe. Weitere Zitate würden den Rahmen hier sprengen.

Webseite des Braunschweiger Forums e.V. zum Ringgleis / Rangierbahnhof Braunschweig

 

"Bis zur Inbetriebnahme des neuen Rangierbahnhofes (Rbf) erfolgte der Rangierverkehr in BS auf den Bahnhöfen Rüningerfeld (südwestl. vor dem Alten Bahnhof zw. der Eisenbütteler Str. und der späteren Abzweigung „Gabelung“) und Braunschweig-Ost (angelegt um 1900 zw. der Salzdahlumer Str. und der Helmstedter Str. an der Strecke nach Helmstedt).

 

1913 wurden Pläne entwickelt zum Neubau eines leistungsfähigeren Rangier- und Güterbahnhofes (als „Flachbahnhof“ mit 45 Richtungsgleisen) südlich der Helmstedter Str., die während des 1. Weltkrieges jedoch zunächst nicht zur Ausführung gelangten. Die 1919 einsetzenden Erdarbeiten für den neuen Rbf. kamen wegen der schwierigen Wirtschaftslage 1926 fast zum Erliegen. Erst nach der Inbetriebnahme des Reichsbahn-Ausbesserungswerkes (RAW) im Jahr 1927 begannen die Bauarbeiten für die Brücken des inzwischen vereinfachten Rangierbahnhof-Projektes, die bis 1937 wegen des stark rückläufigen Güterverkehrs und der fehlenden finanziellen Mittel aber nur schleppend vorankamen und mehr eine Art „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ waren."

 

Rüningerfeld

Heiko-Krause.de /Größe der damaligen Bahnanlagen im Vergleich zur heutigen Situation.

"Bis zur Inbetriebnahme des neuen Rangierbahnhofes (Rbf) erfolgte der Rangierverkehr in BS auf den Bahnhöfen Rüningerfeld (südwestl. vor dem Alten Bahnhof zw. der Eisenbütteler Str. und der späteren Abzweigung „Gabelung“) und Braunschweig-Ost (angelegt um 1900 zw. der Salzdahlumer Str. und der Helmstedter Str. an der Strecke nach Helmstedt)."

Das Schwarmwissen in der Facebook-Gruppe Braunschweig - im Wandel der Zeit ist enorm.  

Ich kriege des Braunschweiger Platt nicht richtig hin, daher ein Spruch auf Hochdeutsch: 

Man wird alt wie'ne Kuh

und lernt immer noch dazu

Eine Kuh wird allerdings nur etwas 20 Jahre alt. Ich bin Ü70

 

Ich bin nicht nur mal wieder viel schlauer sondern habe auch Zugriff auf einige Karten.

Da ich aber nicht weiß, ob ich diese ohne rechtliche Konsequenzen hier veröffentlichen kann verweise ich auf die Kommentare zum meiner Anfrage.

Das Rüningerfeld war dort, wo heute die Otto-von-Guericke-Straße ist.

Diese Straße gehört heute zur Gartenstadt. Das Gelände der Gartenstadt gehörte früher zum Dorf Rüningen. Wo heute die Otto-von-Guericke-Straße ist war früher das Rüninger Moor, dass dann später zum Rüningerfeld wurde.


Am Hauptgüterbahnhof

Leben in Braunschweig STADTPLANUNG & BAUEN - BAHNSTADT  - QUARTIERE / Am Hauptgüterbahnhof:

"Das Quartier Hauptgüterbahnhof setzt sich aus der Wohnbebauung an der Helmstedter Straße, dem Stadtbahndepot, dem aktiven Teil des Hauptgüterbahnhofs, dem aktiven Teil des Rangierbahnhofs und der städtebaulich ungeordneten Fläche zwischen der Wohnbebauung Ackerstraße und Hauptgüterbahnhof zusammen. Inmitten der städtebaulich ungeordneten Fläche befindet sich der Kulturort „Die Halle“. "

Auf der übergeordneten Seite Leben in Braunschweig STADTPLANUNG & BAUEN BAHNSTADT findet Ihr u. a. einen Plan auf dem die Gleise von HGBF und RBF zu sehen sind.

Rangierbahnhof ("neu")

die Informationen über den "neuen" Rangierbahnhof habe ich weitgehend über die Facebook-Gruppe Braunschweig - im Wandel der Zeit und zwar unter folgenden Breiträgen erfahren.

Die Informationen sind leider nur verfügbar für Facebook-Mitglieder, die auch Mitglied der Gruppe Braunschweig - im Wandel der Zeit sind

Der RBF lag / liegt zwischen den Brücken Salzdahlumer Straße und der Helmstedter Straße / Am Güterbahnhof.

Er wurde ab 1943 / 44 in Betrieb genommen und löste die Rangierbahnhöfe Rüningerfeld und am Bahnhof St. Leonhard (Ostbahnhof) ab.

Ab den 1990er Jahren wurde der Betrieb auf diesem Rangierbahnhof eingeschränkt.

Auf  Leben in Braunschweig STADTPLANUNG & BAUEN BAHNSTADT QUARTIERE / Gleisharfe

findet ihr ein Bild der Gleisharfe und u. a. folgende Information

"Die Gleisharfe umfasst die aufgegebenen Flächen des Rangierbahnhofs.  In dem Bereich befinden sich aufgegebene Bahnrelikte wie Bremsertürme, Stellwerk, Gleis-, Bunker- und Troganlagen. Der nördliche und der östliche Teil der Gleisharfe werden noch durch den Rangierbetrieb genutzt und stehen derzeit nicht für eine Entwicklung zur Verfügung"

 

Stadthalle  2006
Stadthalle 2006

HGBF

Über den HGBF Helmstedter Straße fand  ich im Netz gar nichts. Ich dachte schon er sei nicht mehr existent.

Wie ich inzwischen u.a. mit Hilfe der  Facebook-Gruppe Braunschweig - im Wandel der Zeit und erfahren habe Andreas Lobach (Website. Bahnhof Braunschweig-Gliesmarode ..) übernahm der Hauptgüterbahnhof Helmstedter Straße gemeinsam mit dem RBF ab 1942 die Aufgaben des Ostbahnhofs und des RBF Rüningerfeld.

Der Umfang des HGBF ist inzwischen stark geschrumpft. Dies ging einher mit der Verlagerung des Stückgutverkehrs auf die Straße. Der Stückgutverkehr der Eisenbahn wurde zum 01.01.1996 endgültig eingestellt (vgl. Dietmar Möller Nostalgie des Eisenbahngüterverkehrs s. 74f, siehe Quellen Braunschweiger Bahnhöfe...) Bei Möller finden sich weitere Informationen über die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße.

Ich war während meiner Zeit als Speditionskaufmann (siehe Beruf) bei der Spedition Beißner auch mit Stückgut beschäftigt. Das Stückgut wurde im LKW von Hannover nach Braunschweig gebracht und zunächst entladen. Mit kleinere Fahrzeugen wurde die Ware zu den Kunden gefahren. Dort wurde auch Stückgut abgeholt. In getrennten Listen wurden Ladungen für Speditionen an Zielorten in der BRD zusammengestellt, von wo aus sie wie in Braunschweig weiterverteilt wurde. Die Ware wurde in Hannover umgeladen.

Inzwischen fahren große LKW direkt in die Stadt.

Zur aktuellen Situation (November 2020) des Geländes am Güterbahnhof siehe

Ehem. Reichsbahn-Ausbesserungswerk Braunschweig - Westfassade der Richthalle / Von Verograph - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20309074
Ehem. Reichsbahn-Ausbesserungswerk Braunschweig - Westfassade der Richthalle / Von Verograph - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20309074
Zufahrt zu den Brücken Salzdahlumer Straße
Zufahrt zu den Brücken Salzdahlumer Straße

Bahnhof St. Leonhard (Ostbahnhof)

Wikipedia

"Knoll berichtet 1881 von einem projektierten Güterbahnhof St. Leonhard. Dieser ist auch im Rincklake'schen Bahnhofsplan von 1889 verzeichnet. Löffelsend schreibt, dass der Rangierbahnhof St. Leonard bereits 1871 besteht, ab 1873 entstanden nach ihm je ein Güter- und Kohlenschuppen, eine Lokomotivhalle und eine Wasserstation. Die Pläne, den Ostbahnhof umzubauen gab es schon im 20. Jahrhundert. Aber auch schon die Helmstedter Bahn brachte große Veränderungen. Größere Veränderungen erfolgten dann im Zusammenhang der Neubauten des Braunschweiger Hauptbahnhofsund der Stadthalle Braunschweig."

 Wikipedia:

"An der Stelle des heutigen Hauptbahnhofs und seines Geländes befand sich ursprünglich der Braunschweiger Ostbahnhof. Dieser wurde 1871 eröffnet, zunächst Bahnhof St. Leonhard genannt und am 1. August 1889 umbenannt.Der Ostbahnhof diente vor allem dem Güterverkehr und wurde zum Rangieren genutzt."

Ausbesserungswerk

Wikipedia:

"Das Ausbesserungswerk Braunschweig war ein Ausbesserungswerk für Dampflokomotiven an der Borsigstraße in Braunschweig. Es war von 1927 bis 1977 in Betrieb und zur Blüte der Dampflokzeit eines der modernsten, größten und bedeutendsten Werke der staatlichen Eisenbahn in Deutschland. Vor dem Werk entstand die Lämmchenteichsiedlung, in der die Arbeiter des Ausbesserungswerkes untergebracht wurden.

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Nachnutzung

In der westlichen Anheizhalle fand der Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde (VBV) ein Domizil. Der VBV gestaltete seine Fläche zum Lokpark. In Teilen der Richthalle arbeitet der Brückenbauhof der DB und ein Teil des Signalwerkes. Außerdem wurde sie als Lagerhalle genutzt.

2010 mietete Alstom große Teile der Halle, um hier ein Instandhaltungswerk aufzubauen. Im April 2011 wurde der Betrieb auf vier 170 m langen Gleisen aufgenommen, 2014 kam ein fünftes Gleis hinzu. Es werden vor allem Arbeiten an LINT-Triebwagen durchgeführt. Auch ist die Wartung der Alstom-Coradia-Continental-Triebwagen des Elektro-Netz Niedersachsen-Ost ab 2015 dort vorgesehen, dafür werden zwei zusätzliche Gleise hergerichtet und die Zufahrt elektrifiziert.

Kulturdenkmal

Von den Gebäuden des ehemaligen Bundesbahnausbesserungswerkes wurden die beiden großen Werkshallen (Lokrichthalle und Kesselschmiede) und im Eingangsbereich die Kantine und das Verwaltungsgebäude 1991 unter Denkmalschutz gestellt."