Brunswiek | Name und Geschichte unserer Stadt

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zum Bild oben siehe Hintergrundbild 

Anmerkung:

Ich habe diesen Aufsatz in den Tiefen meines Computers gefunden

Er stammt vom 26.03.2006.

Ich habe nur Rechtschreibkorrekturen vorgenommen und einige Verlinkungen eingeführt.

Literatur

  • Meibeyer, Wolfgang • Nickel, Hartmut [Hrsg.]. Brunswiek: Name und Anfänge der Stadt Braunschweig ; Beiträge des interdisziplinären Kolloquiums über die frühstädtische Zeit am 25. März 2006 Braunschweig (2007) 
    • Ich vermute, dass ich in Besitz des Buches bin. Leider liegt es wahrscheinlich in einer Kiste oben auf dem Boden. 
    • Link

Eine Nachbetrachtung eines Kolloquium am 25. März 2006 in der Dornse im Altstadtrathaus Braunschweig

Eigentlich war es ein Zufall, dass ich ein Plakat sah, dass auf diese Veranstaltung hinwies.

Dort erlebte ich zunächst drei Überraschungen. 

Die erste war, dass entgegen der Plakatankündigung, die Theorie, die Silbe „Brun“ sie auf Brandrodung zurückzuführen, so gut wie keine Rolle spielte.

Als zweiter überraschte mich der Moderator Dr. Peter Albrecht. Erst in der Kaffeepause erkannte ich ihn. Er war zu meinen Studienzeiten an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen bzw. Technischen Universität Braunschweig als Hochschullehrer (an den damaligen „Rang“ erinnere ich mich heute nicht mehr). Zu meiner Überraschung: Entweder tat ich Herrn Albrecht damals unrecht oder er hat sich erst später zu einem brillanten und witzigen Menschen entwickelt. 


Die dritte war eine mir bisher unbekannte Theorie, der Name „Brun“ bedeute entweder Augebraue oder soviel Rand am Kante, hervorstehender Rand, z. B. eines Gebirges, eines Hügels.

Über das Wort Wiek wurde am heftigsten diskutiert. Nach der einen, vor allem von Dr. Wolfgang Meibeyer vertretende Theorie ist ein Handelsplatz. Dr. Leopold Schütte und Prof. Dr. Jürgen Udolph dagegen führten indogermanische Wurzeln an. Aus einem verteiltem Handout:

> -wik in Ortsnamen nach L. Schütte: „Wik erscheint 1. in der alten 'Zaun'-Bedeutung „.; als Umzäunung, vielleicht Befestigung, im Heliand. 2. in der früh oder sogar gleichzeitig entwickelten Bedeutung  'Umzäuntes', so in den Siedlungs- und Flurbezeichnungen und -namen Wik bzw. mit-wik als Grundwort. 3. in der spezialisierten 'Sonderrechts-' auch 'Immunitäts-Bezirk', überliefert in den Komposita wikbelde, wikgreve  u. a., in einzelnen Fällen auch im Simplex wik. Nicht nachweisbar, weder für wik noch für vicus, ist eine Bedeutung 'Handelsplatz'". <

Dabei gefiel mir besonders, dass nach Udolph die Wurzeln des Indogermanischen im Braunschweiger Raum, besser gesagt rund um den Harz liegen.

Das passt wunderbar zu meinen Phantasien und Fantasy-Geschichten im Zyklus SYMFORTD

Das dort Bruhn und Dankwarden (ebenso wie z. B. das auch erwähnte Wort Klint) namensgebend für fremdartigen Kontinuen herhalten müssen, lässt sich unter anderen in Detektei Kobold und Konsorten nachlesen.

Dass Braunschweig sowohl gegen die Ungarn als auch (eventuell) gegen die Staufer gekämpft hat, war mir entweder entfallen bzw. völlig neu für mich.

Dass meiste während der Referate und der Diskussion Vorgetragene war mir einleuchtend und nachvollziehbar. Die Argumente des Herrn Meibeyer für die Existenz einer Siedlung namens Brunsrode als Vorgänger der Siedlung Brunswiek waren doch, freundlich gesagt, dünn. Ich finde sie recht unwissenschaftlich. Ebenso könnte ich hier behaupten, das Dankwarden sei ein siebendimensionales Kontinuum. Das tue ich an dieser Stelle nicht, nur unter Symfortd, das ist meine phantastische Seite.

Ein Rätsel scheint nach wie vor zu sein, wie der Name Braunschweig oder Brunswiek vom östlichen Okerufer (zu Halberstadt gehörend) auf das westliche Okerufer (zu Hildesheim gehörend) wechselte. Interessant scheinen mir da die vom Bezirksarchäologen Dr. Michael Geschwinde vorgetragenen neusten, auf Schlossparkausgrabungen zurückzuführenden Befunde. Er trug vor, dass auf der östlichen Okerseite keine Brandschichten zu finden sind. Diese lassen sich allerdings für die Kohlmarktsiedlung nachweisen. (Das diese den Namen Dankwarderode getragen hat, wurde zumindest an diesem Abend nicht überzeugend nachgewiesen. Aber so unwahrscheinlich wie Brunsrode ist mir das nicht.)

Das lässt im Zusammenhang mit dem Bruch innerhalb des SYMFORTD-Zyklus Raum für Spekulationen und Geschichten, die ich vielleicht einmal erzählen werde.

Bzw. 2021 schon erzählt habe.