Mani und Donar

Die Götter aber warfen das Los, welches Volk sie wählen sollten. Und siehe:

Das Los traf die Sachsen.

Das Buch Bruno

Über das Lesen und Schreiben ist wieder einige Zeit vergangen. Inzwischen war die Wintersonnenwende. Seit langer Zeit feiern wir vor allen die Sommersonnenwende. Die Götter rieten dazu. Es wäre wärmer und meist sonniger, als in der kühlen Zeit. Aber einige Feiern gab es schon am kürzesten Tag. Die Tage wurden länger. Das war ein Grund zum Feiern.

Irgendwie fand ich es merkwürdig, dass ich in den dunkelsten Tagen im Jahr Berichte schrieb, die in den längsten Tagen im Jahr spielten.

Ich hatte mich in die Arbeit verbissen und mich nur losgerissen, weil mich ein paar Freunde ständig anriefen und mich drängten, zu einem Barden-Fest zu kommen. Nach der fünften Störung konnte ich nicht mehr weiter arbeiten.

Weder aus den Tempeln noch aus dem Büttelstuben hatte sich Widerspruch erhoben als ich fragte, ob es mir erlaubt sei an dem Fest teilzunehmen.

Aber ich war mit dem Kopf woanders. Selbst als eine schöne Schauspielerin nachdrüglich versuchte zu mir Kontakt aufzunehmen, so dass sie sich bald von mir abwandte. Was ich später bereute.

Als die Götter nach der Wintersonnenwende und den gottlosen Tage ihre Arbeit wieder aufnahmen, rief man mich zum Manitempel.

„Wir haben Anweisung Ihnen mitzuteilen, dass sie nun mit der anderen Geschichte fortfahren sollen.“

„Die andere Geschichte?“

„Die aus der Parallelwelt.“

„Ach,“ sagte ich, „und ich dachte das sei nur eine Übung gewesen, damit  ich die Geschichte aus unsere Zeit besser erläutere.“

„Nein, scheinbar nicht. Hier haben Sie die Fortsetzung.“

 

*

 

Sie erinnern sich, lieber Leser, an den Gast am Anfang unserer Geschichte. Man hatte ihm den Tarnnamen Loki zugeteilt.

Mir fällt auf, dass auch die Hochstein Kinder Zahn Namen erhalten haben. Allerdings von Göttern, die nicht mehr bei uns sind.

Loki - so wollen wir den Gast künftig nennen - nahm einen großen Leihwagen. Er packte seinen Geländerad, das er Mountainbike nannte, auf den Wagen, seine kleine Kollektion von Blasinstrumenten in den Wagen.

Er hatte gewonnen. Als er das Geld hatte, war ein Brief angekommen. Darin stand, er sollte sagen dass er eine Weltreise antreten würde. Und er sollte alles was ihm lieb war mitnehmen. Außerdem standen in dem Brief ein paar versteckte Drohungen.

Er war sich nicht im klaren darüber was im bewog, in das Hotel zu ziehen: Angst oder Habgier.

Das mit den Lottozahlen macht ihm zu schaffen. Andererseits hielt er das alles für einen schlechten Witz. Vielleicht träumte er auch ja auch nur. 

Das Hotel lag abseits einer kleinen Stadt im Weserbergland, direkt an einen Berg angebaut.

Am Empfang lungerte der Fremde herum und unterhielt sich mit einer rothaarigen Frau. 

„Da sind sie ja!“ begrüßte er ihn.

Frau Hoch,“ wandte er sich an die Empfangsdame. „dies ist ein weiteres Mitglied unserer Gruppe.“

Frau Hoch war eine sehr attraktive Frau, wenn auch Loki über ihr Alter rätselte. Loki bemerkte, dass sie ihn mit einem nicht eindeutig zu identifizierbaren  Blick beobachtete. Er strahlte sowohl Freude als auch eine gewisse Erotik aus. Loki war verwirrt.

Als sie merkte, dass Loki ihren Blick gesehen hatte wechselte ihre Miene auf ein kühles freundliches Lächeln, sie nickte. 

„Sie haben Zimmer 27.“ sagte Frau Hoch mit bemüht kühler Stimme. „Lassen dass ich Ihnen eine in einer halben Stunde das Abendbrot servieren.

Loki nickte. 

„Auf dem Zimmer oder im Restaurant?“

„Im Restaurant!“.

„Wir sehen uns“

Loki duschte sich und begab sich ins Restaurant. „Der Fremde saß an einem Tisch.

Er rief nach einem Kellner: „Herr Storig, können wir bestellen?“ 

Wie die Empfangsdame wirkte der Kellner jugendlich und alt zugleich. Sein ganzer Körperbau, seine Bewegungen strahlten Jugendlichkeit aus, sein Gesicht vor allem seine Augen aber eine Reife, die Loki an einem weisen alten Mann aus seinem Bekanntenkreis erinnerten.

„Als erstes habe ich hier ein paar Ansichtskarten. Dazu ein paar Informationen über die entsprechenden Länder und die Daten wann sie dort waren. Bitte schreiben Sie die Karten, damit ihre Freunde sie nicht vermissen. Wir werden sie entsprechend einwerfen lassen.“

Der Fremde reichte ihm die Karten herüber.

„Wenn's geht die ersten bis morgen Früh!“

Danach aus dem Fremden, der im übrigen bat ihn Harald zu nennen, nichts mehr heraus zu bekommen.

„Morgen sehen wir weiter. Sie werden weitere Mitglieder ihre Expedition kennenlernen.“

Loki schrieb ein paar Karten, sah ein wenig fern und legte sich ins Bett

Er war schon beinahe eingeschlafen, als sich die Tür öffnete. Eine Frau huschte herein und legte sich - nachdem sie einen Mantel abgeworfen und nackt dastand ungefragt - neben ihn. 

Sie küsste ihn zärtlich und strich voller Begierde über seinen Körper. Dann flüsterte sie zu Lokis Verwunderung: „Endlich bist du da!“

Es war Frau Hoch.

Er ließ zunächst unsicher alles mit sich geschehen und wurde schließlich selber aktiv.

Er war zwar kein großer Frauenheld, hatte aber einige Kenntnisse als Liebhaber. In dieser Nacht lernte er aber einiges hinzu.

Weiter mit Jörd

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