Die Ringe

Dieser Roman wurde 2019 überarbeitet

© 2019 auch für die Bilder by Lutz-Rüdiger Busse (siehe auch: Copyright)

Mario LandaniBraunschweig 23. März 1925

Das Lagerhaus erstreckte sich über beiden Werkstätten. An der Stelle, wo die Mauer gestanden hatte, war auf der Erde eine gelbe Linie gezogen.

Wir hörten Schritte.

„Kommt, bevor sie merken dass Ihr noch keine Ringe habt.“ forderte Jean uns auf.

„Wieso?“ erkundigte ich mich.

„Ringträger können sich gegenseitig nicht verletzen oder gar töten.“ Er bewegt sich vorsichtig auf die Linie zu. Kurz nachdem wir sie überquerten, erschienen zwei Männer zwischen den Regalen auf der anderen Seite.

„Ein Patre, wahrscheinlich Michael und Werner Pause.“ sagte Jean.

Der Patre rief uns höhnisch zu: „Ihr kommt zu spät! Wir haben Hedwig!“

„Das werden wir sehen!“ rief Jean zurück.

Apropos spät, dachte ich, wann sind wir eigentlich?

„Jetzt,“ entfuhr es mir, „wäre der kleine Wunderkasten, den Irene Frauke geschenkt hat, sehr hilfreich. Dann wüssten wir wann wir sind!“

„Ich habe wieder Kontakt zu den Anderen.“ sagte Jean und fuhr nachdem er ein wenig in sich hineingehört hatte fort: „Wir schreiben den 23. März 1925.“

Und dann meinte er noch: „Euer Mario ist ja doch ein echter Schwerenöter.“

„Das war er doch schon immer!“ hörte ich hinter uns eine Stimme. Als wir uns um­drehten, stand vor uns ein großer blonder Mann. Er sah aus wie ein Wikinger.

Und war auch einer.

„Harald!“ sagte Jean, „Darf ich Euch Harald Larsen vorstellen!“

„Wieso vorstellen?“ fragte Harald.

Jean erklärte wieder mal die Situation.

Dann sah er auf uns. „Eigentlich müsstet Ihr Eure Kleidung wechseln.“

„Ich glaube nicht.“ meinte Harald. „Es ist kurz vor Ostern. Es sind eine Menge Künstler in der Stadt. Einige davon sehen recht merkwürdig aus.“

„Was ist mit dieser Hedwig, weiß jemand wer das ist? In dem Brief, den Mario ge­funden hat, war von Ihr die Rede, in Fraukes neuem Zauberkasten stand ihr Name, dieser Pater hat eben gesagt, sie hätten sie!“

„Oh!“ machte Harald, „das habe ich nicht gehört! Hedwig kann nur Hedwig Waldner sein ein Hexe, sie gehört zu den grauen Magiern!“

„Hexe?“ fragte Bull, „ich stamme von Ihnen ab! Wir müssen Ihr helfen!“

„Aber zuerst müssen wir die Ringe holen. Unsere Freunde sind zu den Panther-Wer­ken unterwegs und wollen dann auch zu Hedwig.“

„Ich fahre Euch hin!“ sagte Harald. Er drehte sich um und rief „Vera!“

Eine schöne schlanke Frau erschien. Die Hautfarbe ähnelte der Bulls, auch wenn ihre Züge eher klassisch wirkten.

„Ich fahre mit den SYMFORTD-Leuten erst zu den Panther-Werken und dann zu Hed­wig. Hast Du was von Dorthe gehört? Die EODisten behaupten Hedwig zu haben.“

„Nein, aber ich werde mich mit Ihr in Verbindung setzen!“

Sie drehte sich um und verschwand.

Draußen stand ein Auto. Ein Oldtimer dachte ich, aber es sah sehr neu aus. Mir wurde bewusst, dass ich mich in einer Zeit befand als die Oldtimer neu waren.

Die Umgebung draußen hatte sich auch verändert. Vor uns lagen die Bahngleise die zum Braunschweiger Bahnhof führten. Der Sackbahnhof wurde 1960 durch neuen Braunschweiger Bahnhof ersetzt. Die Straße hiess noch Bahnhofstraße.

„Es ist ein Horch!“ sagte Harald.

Wir stiegen in den Wagen.

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