Die Sauna

Dieser Roman wurde 2019 überarbeitet

© 2019 auch für die Bilder by Lutz-Rüdiger Busse (siehe auch: Copyright)

Die Zeichnungen sind in der zweiten Hälfte der 1980er Jahren entstanden. Meine ersten Versuche mit Mal- bzw. Grafikprogrammen auf Plus/4 oder Atari. Inzwischen habe ich sie eingefärbt. Es sind keine Meisterleistungen. Ich bin auch kein Meister im Malen.

Ich könnte es heute auch nicht besser.

Es ist aber nostalgisch.

Mario Landani, Wo?, Wann?

Wie oft sind wir gemeinsam unbekannte Wege gegangen, seit diesem ersten Mal. Ein vielleicht zweieinhalb Meter breiter Waldweg, wie er in jedem mitteleuro­päischen Wald vorkommt.

Roter Büffel ging, wie so vorsichtig nach vorn und seitlich sichernd voran, dahinter die beiden Frauen, blond, zierlich, amtlich die eine, rothaarig, kräftig, die andere. Sie hatten bereits eine Unterhaltung angefangen, wenn auch nur leise. Ich hinterher.

Bis vor kurzem hatte ich entweder an einen Scherz oder einen Traum gedacht. Das erste schied nun zumindest aus.

Nach einiger Zeit kamen wir zu der auf dem Plan eingezeichneten Lichtung mit dem Haus.

Vor uns huschte eine Katze in eine Tür, die sich gleich schloss. Wir gingen zu einem Fenster und sahen in einem Raum einen Tisch mit Stühlen. Die Wand da­hinter war aus Glas und ließ den Blick in einen Raum dahinter frei, der vor Hitze zu flimmern schien.

Links waren zwei Türen, in die hin­tere verschwand die Katze. Kurz da­nach erschien die Katze hinter der Scheibe, eilte in die Mitte des Raum­es und verwandelte sich dabei in eine große rot-schwarze Gestalt. Die Gestalt war quasi nackt. Sie war eigentlich rot und hat schwarze Fle­cken die sich auf der Haut langsam ausbreiteten. Auf dem Kopf war zwei rot-schwarz gemusterte Hörner zu sehen.

Auf eine Handbewegung öffnete sich eine Bodenluke. Die Luft über der Luke flimmerte. Die Gestalt trat zu der Luke und versank langsam darin.

Die Zeichnung habe ich mit dem PC vermutlich in den 1980ern selbst gemalt. Konnte ich nicht besser.
Die Zeichnung habe ich mit dem PC vermutlich in den 1980ern selbst gemalt. Konnte ich nicht besser.

Während vier von uns durch zwei Fenster starrten, öffnete einer von uns die Tür und trat ein. Der Hippy schien ein Draufgänger zu sein. Als nicht passierte traten wir auch ein. Cliff näherte sich der Scheibe und eine kleine Tische, der rechts vor der Scheibe war.

Frauke war zu der Tür, hinter der die Katze verschwunden war. In der Tür war ein kleines Fenster. Frauke sah hinein und sagte: „Das ist eine Sauna.“

„Wenn das eine Sauna ist,“ dachte ich laut und öffnete die andere Tür, „dann ist das ein Duschraum!“ jubelte  ich. Wie lange war es her, das ich vor den ge­schlossenen Duschen im Tennisheim gestanden hatte.

Neben der Tür stand eine Garderobe mit Handtüchern. Ich stellt meine grüne Tennistasche ab und wollte mich gerade ausziehen, als ich Cliff sagen hörte: „Und hier ist ein Klingel!“.

Es war in der Tat eine Klingel. So wie man sie in Hotels vor fand. Mit der Auf­schrift „Hier Klingeln“. Dazu setzte Cliff gerade an. Der vielstimmige Chor kam mit „Nicht!“ zu spät. Cliff hatte gedrückt.

„Wieso,“ sagte er „hier steht: Bitte Klingeln!“

Kurz danach öffnete sich die Bodenluke. Als erstes erschienen rot-schwarz gemus­terte Hörner, dann eine rot-schwarz gemusterte kräftige Gestalt. Es war nicht dieselbe, die vorher hineingegangen war, die war schmächtiger gewesen. Außerdem trug sie einen glatten glänzenden roten Anzug und eine Kappe , aus denen nur die Hörner herauslugten, ein rotes und ein schwarzes Horn.

Die Gestalt lächelte uns freundlich an und zeigte auf die Sauna. Zuerst ging Cliff zur Garderobe und entledigte sich seiner Sachen, die Frauen folgten ihm, dann Ro­ter Büffel, der ohnehin nicht viel an hatte. Auch ich zog mich weiter aus.

Achselzuckend folgte ich den anderen in die Sauna.

Mitten durch die Sitzreihen der Sauna war eine Arte flimmernder Vorhang. An der gegenüber liegenden Seite waren zwei Schilder zu sehen. Vor dem Vorhang stand „Kühl“, dahinter „Sehr Heiß“.

Ich empfand kühl schon wieder als sehr heiß.

„Ich begrüße Euch ganz herzlich. Schön Euch mal wieder zu sehen!“ sagte die Gestalt. Sie dampfte ein wenig.

„He?“ machte ich. „Sie kennen uns?“

„He?“ machten die anderen. „Du verstehst Ihn?“

„Oh,“ sagte die Gestalt „Ihr seid zum ersten Mal hier. Und nur Du,“ er zeigte auf mich, „trägst den Ring.“ Er murmelte vor sich hin: „Das kann sein, das kann sein!“

Wenn ich jetzt von „ER“ schreibe, ist das von meiner inzwischen erfolgten Erfahrung geprägt, die Gestalt war, ist und bleibt männlich.

„Entschuldigt bitte, ihr müsst sehr verwirrt sein. Ihr braucht dringend alle Ringe. Und Ihr müsst mir bei den Problemen da draußen helfen.“

Er  summte nachdenklich vor sich hin.

„Am besten ihr fragt Irene, die wird Euch vieles erklären können. Aber wartet noch ein wenig. Ich muss noch etwas nachschauen. Außerdem fange ich an zu frieren.“

Die schwarzen Flecken auf seiner Haut waren größer geworden, auch der Dampf war fast verschwunden. Er stand auf und verließ den Raum.

Auch wir gingen aus der Sauna, allerdings um uns abzukühlen. Durch die Scheibe sahen wir die Gestalt nach unten fahren.

Und endlich konnte ich duschen.

Unter der Dusche versuchte ich meine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Das ganze war so irreal, dass es eigentlich nur ein Traum sein konnte,der nun schon einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anhält.

Es gelang mir nicht so ganz, das Ordnen. Die Frage, gegen deren Formulierung ich mich sträubte, lautete: hatte ich wirklich mit dem Teufel gesprochen. Außerdem stellte ich fest, dass unsere beiden Damen ihre Reize hatten, wenn sie auch nicht mehr so ganz taufrisch waren.

Aber erfrischt war ich. In meiner grünen Tennistasche waren frische Tennissachen, die ich dankbar anzog. So sah ich zumindest einige Zeit wieder adrett aus.

Allerdings musste ich die Klamotten gleich wieder ausziehen, denn der Teufel kehrte zurück.

Kristina MachWo?, Wann?

Was zog sich dieser Lackaffe dauernd an und aus.

Schon unter Dusche stand er ewig. Dabei war er doch schon vorher frisch und sauber!

Und wie er mich und Frauke ansah, war nicht gerade Gentleman like.

Sei es denn: der Teufel - oder was auch immer diese Gestalt darstellte winkte uns in die Sauna.

„Entschuldigt“ sagte er, „ich habe mich gar nicht vorgestellt. Man nennt mich den Gärtner

 Ich bin für diese Insel zuständig. Ihr werdet Euch fragen, ob ich der Teufel bin. Na, zumindest ist das ein Name, unter dem wir bekannt sind. Es gibt auch eine Sippe mit diesem Namen bei uns.

Wir selber nennen uns die Zweifelhaften. Wir selber können in unserer norma­len Gestalt nicht hier oben bei Euch aufhalten, wir wohnen unter der Erde in et­was heißeren Regionen. Selbst hier ist es schon ganz schön kalt für uns. Jeder von uns kann sich allerdings für eine bestimmte Zeit in ein Tier verwandeln. Pudel, Katzen und Raben sind recht häufige Gestalten. Ich schaffe es gerade mal zu einer Schlange. Unter großen Anstrengungen schaffen einige von uns auch für kurze Zeit menschliche Gestalt.

Unsere Herkunft ist nicht leicht zu erklären. Wir sind wegen bestimmter politischer Vorgänge zunächst auf dem Planeten Turanin den Untergrund gegangen und allmählich an die Hitze gewöhnt. Dann sind wir zum Planeten Hölle umge­siedelt. Dort ist nach wie vor unser Heimatplanet. Wir sind also eigentlich Spacer, andererseits aber wiederum nicht. Ihr werdet das noch herausfinden.

Ich kann Euch nicht allzu viel erzählen, ohne Eure Zukunft zu beeinflussen. Deswegen musste ich unten in den Analen nachsehen. Ihr werdet Euch wundern, dass Euch verschiedene Menschen und Wesen kennen. Zum Beispiel ich. Ich habe Euch schon einige Male gesehen. Das liegt allerdings in Eurer persönlichen Zukunft. 

Allerdings kann ich Euch folgendes erzählen:

  1. Da draußen ist die Zerstörung dieser Insel im Gange. Ich vermute mal, dass die EOD am Werke ist. Was die EOD ist kann ich Euch nicht sagen, vielleicht verrät Euch Irene etwas.
  2.  Ihr müsst diese Zerstörung aufhalten. Wenn Ihr es nicht tut, setzt Ihr die Zukunft der ganzen Menschheit aufs Spiel.
  3. Ihr braucht unbedingt Ringe, die bekommt ihr vom Panther-Macher. Wer dieser Panther-Macher ist, weiß ich nicht.

 Rellmeyer“ sagte Mario, der Lackaffe.

Wir starrten ihn alle an!

„Gemacht  von Rellmeyer! Das stand auf dem Panther-Rad!“

Ich erinnerte mich an die etwas verworrene Geschichte des Lackaffen.

„Kann sein,“ sagte der Zweifelhafte. „Ich bin allerdings noch nicht ganz am Ende:

4. Ihr stammt alle von Spacern und Terranern ab und seid so genannte Cybride. Ihr seid magisch begabt. Etwas, dass ihr bei Euch habt ver­stärkt diese magische Kraft. Wenn auch nicht so gut, wie ein SYMFORTD-Ring.

5. Mario z.B. ist ein Blender und stammt von unseren größten Widersa­chern, den so genannten Geflügeltenoder Engeln ab.

6. Außer Euch gibt es noch mehr Cybride. Einige von Ihnen sind SYMFORTD-Leute wie es Mario schon ist und Ihr anderen hoffentlich bald sein werdet, andere sind Reykianer, wieder anderen EODisten....

 

Mir wird kalt. Ihr wisst vorerst alles, was ihr wissen müsst! Irene wird Euch si­cher mehr erzählen.“

Er stand auf.

Dann sah er unvermittelt Cliff an.  „Ich riskiere es Dir zu sagen, dass Dein Ge­sang in Verbindung mit deiner Gitarre, magisch sein kann. Zu Deinen Vorfahren gehören Elfen.“

Er verließ die Sauna.

Wir auch. Wir duschten und warteten auf Mario.

Der holte aus seiner grünen Tennistasche schon wieder frische Sachen und zog sie an.

Dann verließen wir die Hütte.

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