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Ganz Kleine können eine große Hilfe sein

Frauke Gesandt, Braunschweig 08.08.1689

Vom Standort der späteren Friedrich-Wilhelm-Eiche bis Neuerhof war es nicht weit. Gut das wir uns über die Breite Straße gingen, denn die Gasse war nur ein paar Meter lang. Er hieß anscheinend auch zu dieser Zeit Möllerhof. Kurz hinter dem Eingang fanden wir den Laden. Er war geschlossen. Neben dem Laden lehnten zwei kleine Männer an der Wand. Ich dachte es waren wieder mal ein Zwerg und ein Kobold. Dann erkannte ich sie. Es war kein Kobold, sondern ein Klabautermann

Es waren Wollo und Krishan. Sie hatten unsere Ringe gemacht und uns über die Familie Rellmeyer zukommen lassen.

„Hallo!“ sagte ich „Ihr macht anscheinend nicht nur Ringe, sondern auch Lorgnons.“

„Die haben wir bisher noch nicht gemacht. Aber das Du bringst uns auf eine Idee. Aber wir haben andere schönen Sachen gemacht. Eine Halsuhr für den Besitzer dieses Ladens.“

Ich ärgerte mich ein wenig über den Lapsus mit dem Lorgnon.

„Wo ist denn der Besitzer dieses Ladens?“

„Auf dem Martini-Kirchhof am Grab seines Vaters und wahrscheinlich in Schwierigkeiten. Ihr solltet ihm zur Hilfe kommen! Er ist ein Chami und weiß das noch nicht!“

Bevor wir uns zur Goslarschen Straße aufmachten, befragte ich mein Pet-Ki. Das war gut so. Denn zu dieser Zeit gab es den Martini-Friedhof an der Martini-Kirche“

Der Weg war nicht weit. Wir waren schon fast da. Da gab es einen lauten Knall.

Als wir auf die Ecke bogen, sahen wir eine aufgebrachte Menge. Ein Mann lag mit einer Schussverletzung auf der Erde. Ein der drei Pater zeigte auf einen Hund: „Das ist Meyer Rell. Er hat sich eben in einen Werwolf verwandelt. Und vorher hat er Werner von Thurn und Taxi erschossen!“

Neben dem Hund lag ein Gewehr, besser gesagt eine Büchse.

In der Menge standen einige Bekannte. Neben dem Pater (es ist schwierig für mich zu entscheiden wer von Tres Patres es jeweils ist), waren Archie Mon-An, Arthur Therm, Karl Meyer, Winfried, Karlotta und Strolch

Außerdem war plötzlich der Geist von Josef Lobers da. Er fuhr in Werner von Thurn und Taxi. Dieser war schwer verletzt, aber nicht tot. Josef sorgte dafür, dass er am Leben blieb.

Winfried sagte mit lauter Stimme: „Ich werde den Fall untersuchen. Ich bin als Schreiber des Rates der Altstadt dafür zuständig. Zwei Leute in seiner Begleitung kamen mit einer Tragbahre. Sie legten den Verletzten auf die Tragbahre und trugen ihn zum Altstadtrathaus.

Winfried nahm die Büchse auf und ging Tragbahre hinter her. Jean, Bull und Käthe folgten ihnen, ebenso einige der anderen Anwesenden.

Strolch und Karlotta hatten Meyer Rell geholfen sich in unbemerkt in eine Schlange zu verwandeln, die sich von davon schlängelte. Cliff, Mario und ich schlenderten hinterher. Karlotta und Strolch waren hinter Meyer her. Wir gelangten in die Schernenstrate (die zu meiner Realzeit Scharrnstraße heißt). Meyer Rell lehnte erschöpft an einer Hauswand. Karlotta saß auf einer Fensterbank nahe seinem Kopf und meinte: „Das sind Freunde. Die werden Dir helfen!“

Meyer Rell war zwar verwirrt aber auch erleichtert. 

„Gibt es irgendeinen Ort, wo Du dich verstecken kannst?“ fragte ich ihn. 

„Mein Onkel ist im Autorshof.“ antwortete Meyer. Er zeigte auf eine kleinen Weg neben dem Haus an der er lehnte. Als wir ihm folgten, zeigt Mario auf ein Gasthaus auf der gegenüber liegenden Seite,an dem wir vorhin vorbeigekommen waren

Mario wollte fragen, ob es für unsere Gruppe genügend Zimmer frei seien. 

Cliff und ich folgten Mayer.

Wir näherten uns dem Autorshof von hinten. Eine Tür wurde uns geöffnet. 

„Hallo Meyer.“ sagte der Mann der uns öffnete.

„Hallo Onkel Martin.“ sagte Meyer. Er wandte sich an uns „Das ist mein Onkel Martin Rell, der Zwillingsbruder meines Vater. Onkel Martin, diese Leute haben mir geholfen. Ich weiß aber nicht warum und wer sie sind.“

Wir stellten uns vor.

Martin Rell musterte uns.

Dann öffnete er eine Tür und rief einen Namen. Ein Mann kam herein.

Martin Rell sage zu ihm: „Würdest Du dich um meine Neffen kümmern. Ihm saubere Sachen geben und ihn in die kleine Kammer bringen.“

Als die beiden abgezogen waren, wandte sich Martin Rell an uns: „Heißt jemand von Euch Gesandt?“

„Das bin ich.“ meldete ich mich.

Martin Rell ging zu einem Schrank und öffnete die einzige Tür des Schranks. Im inneren des Schranks herrschte das Chaos. Martin entnahm der Schrank einen Hobel und bewegte und machte eine kreisende Bewegung mit dem Hobel vor dem Chaos. Das Innere des Schranks wurde übersichtlich. Martin entnahm dem Schrank ein Brief.

Später befragte ich mein Pet-Ki und fand heraus, dass Martin Rell ein Worker war und den Zauber Aufräumen anwandte. Wahrscheinlich hatte er hatte vorher selbst für die Unordnung gesorgt.

Martin gab mir den Brief.

Ich öffnete den Umschlag und las den Brief.

„Hallo Frauke,

ich hoffe ich erschaffe kein Zeitparadoxon.

Aber Ihr müsst wissen, dass Ihr die Kugel 1359 bewegen müsst.

Vom Schrank bis in unter die Keller des Möllerhofs.

Ich gebe den Brief Peter.

Er wird Euch von seinem Nachfahren Martin übergeben.

Lass den Brief auf Deine Art verschwinden.

Aber bevor Ihr hierhin reist, findet den Mörder.

Jean“

Ich wandte mich an Martin Rell: "Hattest Du einen Vorfahren namens Peter?“

„Ja. Er war für die Waffen in der Altstadt zuständig. Die lagerten im Schrank. Dort steht nun das Stechinelli-Haus.“

In diesem Moment erreichte uns ein Ruf über die Verbindung mit den Symfortd-Ringen. 

Jean gab ein telepathische Nachricht durch: ‚Kommt bitte umgehend ins Altstadtrathaus.“ 

Jean, Bull und Käthe standen am Bett von Thurn und Taxis. Daneben standen Winfried und ein Mann mit einer Amtsrobe sowie einer Kette. Auch Hedwig war anwesend, sie kümmerte sich um den Verletzten, dem es aber schon besser ging. Die Kugel war entfernt wurden. 

Winfried stellte den man mit der Amtsrobe als Ludwig Breyer Bürgermeister der Altstadt vor. 

Der wandte sich an Winfried und sagte: „Sie kümmern sich um alles. Ich erwarte Ihren Bericht.

Als der Bürgermeister gegangen war, sahen wir auf einem kleinen Tisch neben den Bett zwei Wichtel .

„Darf  ich Euch Porbars und Achille vorstellen! Es sind erfahrene Ermittler! Sie werden Euch unterstützen!“ sagte Winfried.

Die beiden nickten zu ihren Namen. Der kleinere, dickere von beiden, war elegant in schwarz gekleidet und war derjenige der sich mit leichtem französischen Akzent in unser Gespräch eingemischt hatte. Er sagte:

"Mesdames et Messieurs! Ich bin Achille.” 

Er winkte mit seiner Melone.

Der andere größere schlankere trug eine karierte Hose, eine karierte Jacke und hat eine karierte Mütze in der Hand. Er sagte „Ladies and Gentlemen, ich bin Porbars und freue mich Ihre Bekanntschaft zu machen.”

Sein Akzent klang englisch.

Porbars ist im Übrigen 14 cm, Achille 12 cm groß.

Irgendwie hatte ich an einer Erinnerung an die beiden.

Jean meldete sich über unsere Ringe: ‚Ja, wir kennen die beiden. Sie arbeiteten zumindest in den 1970er Jahren in der Detektei Kobold und Konsorten. Wir gemeinsam mit ihnen  haben an einer Versammlung teilgenommen. Allerdings waren wir auf einer Raumstation und hatten eine Sichtverbindung. Aber wahrscheinlich sind die beiden nicht auf Zeitreise.

Es ist besser sie nicht über unsere Begegnung in der Zukunft zu informieren. Sonst kommt die Zeit vielleicht durcheinander!’'

Ich wandte mich an die beiden Kleinen: „Wir sollen wir vorgehen?“

"Mesdames et Messieurs!“  meldete sich Achille „Wir schlagen vor, dass wir uns alle mit den Zeugen am Tatort versammeln! “

„Ladies and Gentlemen“ fügte Porbars hinzu. „Uns ist bereits magische Hilfe von Karlotta zugesagt wurden. Aber wir benötigen weitere Hilfe!"

Die beiden erklärten uns was sie vorhatten. 

Am damaligen Martini-Friedhof versammelten sich alle, die wir kurz nach dem Anschlag dort gesehen haben.

Bevor wir begannen verhängte Karlotta den Zauber Magische Verriegelung . Nun konnte niemand den Schauplatz mehr verlassen. Jean fügte den Zauber Ausblenden hinzu. Das,  was während der Wirkung dieses Zaubers Magier besprachen, wird von Nicht-Magiern nicht wahrgenommen. Damit keine Zeitlücken bei den Nicht-Magiern entstanden, verlaufen die Zeiten beider Gruppen unterschiedlich schnell.

Auf einem Grabstein standen die beiden Wichtel. 

Daneben stand Winfried und hielt die Büchse in der Hand.

„Dies ist eine Hakenbüchse. Sie stammt aus dem Laden von Meyer Rell. Aber sie wurde ihm gestohlen. Dafür gibt es Zeugen!“

Er drehte sich nach links. Da standen Wollo und Krishan. Sie nickten.

Wollo sagte: „Es war Karl Bocholt!“

‚Wer war Karl Bocholt?’ dachte ich über den Ring.

Jean meldete sich: ‚Karl Meier nennt sich zu mancher Zeit Heinrich Bocholt!’

„Ja, Heinrich. Dein Sohn Karl hat die Waffe gestohlen. Aber nicht aus eigenem Antrieb. Auch nicht auf Deine Anweisung oder die Deiner EOD-Kumpane! Nein es waren die beiden schwarzen Magier Archie Mon-An und Arthur Therm.

Vom Grabstein wandte sich Achille an die beiden Schwarzen: „Ich brauchte meine grauen Zellen nicht besonders anzustrengen, aber Ihr wollte Einfluss auf den Geschäfte zu Marktzeiten hier in der Stadt. Und die Familie Rell war Euch zu mächtig. Gleichzeitig wolltet Ihr Unruhe stiften. Karl ist zwar ein weißer Magier, aber sein Vater gehört zu den EODisten.“

Neben Achille richtete sich Porbas auf und sagte: „Ich habe die Waffe untersucht. Sie wurde magisch beeinflusst. Dazu ist nur ein Blender oder Geflügelter in der Lage.“

Jean meldete sich zu Wort: „Ich habe die Aufgabe übernommen in dieser Runde einen Blender auszumachen. Und ich habe einen entdeckt, der sich klug im Hintergrund gehalten hat: Johann Busemann!

„Und da es sich um ein magisches Verbrechen handelt ist Irene zuständig“ meldete sich ein bisher nicht Bemerkter. „Gestatten mein Name ist Ahasver. Ich bin ein Geflügelter und ich bringe Busemann zu Irene!

Und damit verschwanden beide.

Durch die diskrete Anwendung von Magie, wurde Thurn und Taxis wieder gesund und verschwand aus Braunschweig.

Uns war es sehr wichtig mit ihm bzw. Josef Lobers zu sprechen bevor er aus Thurn und Taxis verschwand. Wir trafen mit ihm eine Vereinbarung und hofften dass er sich daran hielt.

Außerdem wurde die Geschichte von allen schnell vergessen. Nirgendwo in den Büchern der Stadt wurde die Anwesenheit von Werner von Thurn und Taxis in Braunschweig erwähnt. Und mittels meines Pet-Ki konnte ich die Existenz von Werner von Thurn und Taxis ausmachen. Wahrscheinlich gab es ihn gar nicht.

Sei es wie es sei: Unsere Reise in die Vergangenheit war noch nicht zu Ende. Das Jahr 1359 war nun unser Ziel.