Am Denkmal

Frauke GesandtBraunschweig  23. März 1925

'Wer fährt?“ fragte Mario ängstlich.

'Ich,' telepathierte Kristina 'Keine Angst. Ich habe selbst ein paar Oldtimer gehabt und bin sogar Rennen gefahren.'

'Im Notfall kann ich Dir helfen,' sagte die Amsel, die auf dem Zaun saß.

'Wer bist Du?' erkundigte sich Kristina.'Karlotta! Danke für die Nachfrage. Mario hat es ja nie notwendig gehabt zu fragen!'

Die Turteltauben setzten sich auf das Fahrrad.

Ich wandte mich noch einmal an Jochen Rellmeier.

„Und sag Deinem Sohn, er soll einer Frauke am Telefon sagen, dass wir die Ringe 1925 erhalten haben.“

„Und von meinem Großvater Heinrich habe ich gehört, dass ihr ihm den Auftrag 1835 gegeben habt. Und ihm gesagt habt, er solle sich Hilfe von Wollo und Krishan holen.“

„Wer sind sie Wollo und Krishan?“

 

'Ich, ich... ' der Fatzke konnte auch beim Denken stottern.

'Las es gut sei,' meinte Karlotta gnädig.

'Und die Katze, hat die auch einen Namen?'

'Die Katze ist ein Kater und heißt Frederique!'

Wir verabschiedeten uns zunächst von Rellmeyer.

Braunschweig, Gelände Pantherwerke Juli 2019
Braunschweig, Gelände Pantherwerke Juli 2019

„Zwei, die meinem Großvater und Vater bei den Ringen geholfen haben!“

„Dein Vater?“

Thorsten Rellmeier, da kommt er. Er wollte Euch noch mal sehen!“

Ein rüstiger Greis kam die Straße entlang.

„Wir kommt es, dass Ihr immer noch so jung ausseht?“ fragte der Alte.

„Vielleicht liegt es an den Ringen, die Du und Opa gemacht habt!“ meinte sein Sohn

Er und wir wussten nicht, wie Recht er hatte.

Wir gingen zum Auto.

Braunschweig, Kolonialdenkmal Foto 2019
Braunschweig, Kolonialdenkmal Foto 2019

Dort im Stadtpark, wo das Denkmal einst stehen würde, waren nichts als Büsche und Bäume. Un­ter einer ringelte sich eine grüne Schlange.

„Auch als Schlange ist es in diesen Breitengraden für mich etwas kühl, Ihr solltet Euch überlegen, wie wir uns unter für mich angenehmeren Bedingungen treffen können.“

Die Stimme war die des Gärtners. Ich erinnerte mich, dass er gesagt hatte, er könne sich auf der Erde nur als Schlange aufhalten.

Kristina Mach fuhr um einiges sicherer als Mario.

Wir waren auf halben Weg, als sich Jean Metieramour plötzlich an Karlotta wandte. „Wir müssen den Gärtner sprechen!“

„Oh, prima, er möchte auch mit Euch sprechen. Am Kolonialdenkmal, bzw. dort wo es dem­nächst errichtet. Das ist ganz in der Nähe von Hedwigs Haus.“ Sie wandte sich Kristina und gab ihr Fahranweisungen.


Jean wandte sich an ihn. „Hör mal alter Freund. Diese Leute haben keinen Pfennig Geld. Warum hast Du Ihnen keine Karte gegeben? Ich habe schon einige für sie bezahlen müssen. Außerdem vermute ich, dass dieser Mario seiner Freundin Barbara einiges an Geld zukommen lassen muss, um es später wieder zu bekommen.“

„Ja,  ja, da habe ich vergessen!“

„Vergessen, ha! Du bist ein alter Geizhals!“

„Sie liegen schon bei Hedwig!“

„Wie lange? Gerade hingebracht durch einen Deiner zweifelhaften Genossen?“

„Lassen wir das. Habt Ihr schon mitbekommen dass Hedwig verschwunden ist? Ihr müsst Sie un­bedingt wieder finden. Danach müsst Ihr wahrscheinlich Dorthe helfen. Es gibt da einen statio­nären Agenten, den wir vor kurzem rekrutiert haben. Es heißt Sogan  Er wird Euch helfen!“

„Was bitte ist ein stationärer Agent?“ fragte Kristina.

„Er arbeitet für uns immer in derselben Zeit.“

"Kann ich so etwas auch werden? Ich meine..., ich reise gern, aber eher mit einem Wohnmobil.“

 

„Wohnmobil. Oh da habe ich was für Dich, Du müsstest Dich vor allem um einen Wohnwagen namens Willi kümmern, warten vielleicht mal hin und her fahren. Oder zumindest dafür sorgen, dass es sich hin und her bewegen kann. Sprich mit Dorthe  sie wird dafür sorgen, dass Du zu Deinem Ziel kommst und Dir auch einige Tricks zeigt, obwohl sie eine Computermagierin ist. Verab­schiede Dich schon mal von Deinen Reisegefährten.“


„Hey, hey,“ sagte ich „kann man so einfach abheuern?“

„Nein,“ sagte der Gärtner, „nicht jeder zu jeder Zeit. Für Euch anderen wäre es sozusagen zurzeit auch gefährlich.“

Karlotta saß auf dem Baum und meinte: „Diese Gruppe braucht aber dringend einen Elektroma­gier. Und sei es nur zum Autofahren!“

„Dann wäre ja eine Automechanikerin genau das richtige, oder? Am besten macht Ihr irgendwo ein Lagerfeuer. Mark und Jean müssten dazu aber etwas beisteuern, kommt mal näher.“

Die beiden beugten sich zum Gärtner herunter, der mit ihnen flüsterte.

„Du wirst meine Maße brauchen, wenn Du mir Kleider besorgst!“  meinte Kristina und nannte sie mir.

„Ich glaube, Du solltest auch noch mal mit Barbara reden. Irgendwie ist es wohl sinnvoll, her­auszufinden, wann wir ich diese Kleider gekauft habe, oder?“

Wir stiegen alle wieder in das Auto. Der Weg zu Hedwigs Haus war nicht weit.

Es war ein so genanntes Bremer Haus. Ein schmales Haus mit einer Treppe zum Hochparterre.

Links direkt neben den Treppe war eine weitere Treppe, die in ein fast identisches Haus führte.

Vor der  rechten Treppe stand ein alter, weißhaariger, aufgeregter Mann.

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Braunschweig, Jasperallee 2019
Braunschweig, Jasperallee 2019