Die Suche beginnt

Jean MetieramourBraunschweig  23. März 1925

Dass der Mann alt war, war unverkennbar. Er gehörte zudem auch noch der Alten Rasse an, einem alten Magiervolk, das weit draußen im Universum entstanden ist. Aber davon später.

Ich bin ein Cybrid dieser Rasse, ein so genannter Sucher oder Steinsucher. Der Alte war nicht der erste seines Volkes, denn ich sah. Aber wenn mich nicht alles täuschte handelte es sich um Herbert Grünfinger einem bedeutenden Mitglied der Grauen Magier. Auch Hedwig Waldner war meines Wissens Mitglied der Grauen Magier. Man munkelte in magischen Kreisen, die beiden hätten was mit einander. Obwohl es auch einen gewissen Josef Waldner geben soll. Aber das schien ein besonderes Geheimnis zu sein.

Braunschweig, Jasperallee 2019
Braunschweig, Jasperallee 2019

Ja', kam es telepathisch zu mir herüber. 'Ich bin Grünfinger! Ich kenne Dich und deine Freunde. Ob­wohl ich nicht wusste, dass auch Kristina Mach zu Euch gehört.'

In diesem Moment kam der Blender mit seiner Freundin. Ich zog den Blender mit mir und Kristina nahm sich Barbara an. In kürzester Zeit wusste sie, was sie wissen wollte (und durch unsere telepa­thische Verbindung erfuhren wir es alle).

„Ich habe hier“ sagte Herbert Grünfinger laut, „ einen Umschlag für Euch.“ Er reichte ihn mir und ich öffnete ihn. Er enthielt Kreditkarten für alle meine Freunde sowie für eine Käthe Müller.  Ich reichte sie weiter, telepathisch erhielt ich das Einverständnis Käthes Karte erst einmal an mich zu nehmen.

Es sei erwähnt, dass diese Kreditkarten in Zeit und Raum gültig sind. Wer Bescheid weiß, bekommt mit diesen Karten überall und zu jeder Zeit ausreichend Finanzmittel.

Nach einer telepathischen Absprache hakte sich Grünfinger bei Barbara ein, erklärte dass er bei einem Tee mit Ihr plaudern wolle, öffnete eine Tür und verließ plaudernd mit Ihr den Flur.

Wir anderen nahmen die Treppe in den Keller. Unten erwartete uns Dorthe. Wir wussten bereits von Grünfinger, dass sie hier war. Und sie hatte unserer telepathischen Diskussion gefolgt.

„Kommt,“ forderte sie uns auf und führte uns in einen Raum. Dort stand eine Maschine, es war eindeutig eine Zeitmaschine.

Zeitmaschinen werden von Kobolden und Zwergen gemeinsam gebaut. Computermagierinnen wie Dorthe und Frauke können sie bedienen. Sie können von Leuten mit SYMFORTD-Ringen benutzt werden.

Ich als Sucher brauche eine solche Maschine eigentlich nicht. Ich kann mich auch ohne Hilfe durch das Guik, das eindimensionale Zeitkontinuum bewegen. Aber das werde ich vielleicht ein anderes Mal erklären. Oder ein anderer wird es versuchen.

Kristina flüsterte mit Dorthe, diese nickte und wandte sich an Frauke und erklärte ihr die Bedienung der Maschine, dann wandte sie sich uns allen zu. „Wann wollt Ihr hin?“

„2. April 1920!“ riefen wir im Chor.

Jean MetieramourBraunschweig 2. April 1920

Das einzige was sich auf dem ersten Blick verändert hatte, war das Dorthes Kleid. Auf dem zweiten Blick stellten wir fest dass Kristina nicht mehr da war. Sie hätte sich wenigstens verabschieden können.

Kristina Mach, Braunschweig 23. März 1925

Ich sah die anderen verschwinden. Ich war nie eine Freundin von großen Abschiedss­zenen. Dorthe sah mich an.

„Und wohin willst Du!“

„Der Gärtner erklärte mir, dass ich einen gewissen Willi warten und bedienen soll. Und Du sollst mir dazu etwas erklären!“

„Oh!“ sagte sie und fing mit den Erklärungen an. Als sie fertig war, fragte sie: „Wann möchtest Du den gern!“

„Wenn's geht, zum 14. Julie 1989, da war ich nämlich gerade. Auf einem Campingplatz in Granville!“

Kristina Mach, Granville 14. Juli 1989

Es hat geklappt. Ich bin wieder in Frankreich, in Granville.  Von weiten kann ich Mont St. Michel sehen. Heute Abend wird es ein Feuerwerk sehen.

Anmerkung:

Der Autor war zu diesem Zeitpunkt auch dort, und hat den Calvados mit dem Besitzer der Imbissbude getrunken.

Siehe Granville

Willi sieht zwar etwas altertümlich aus. Aber das wirkt nur so. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe!

Ob ich die anderen wieder sehen werde, habe ich mich damals oft gefragt. Ich zumindest habe sie oft gesehen. Aber das sind andere Geschichten, die anderswann erzählt werden.

Zumindest habe ich die Zeilen zu diesem Bericht hinzufügen können, und dass sollte zu denken geben.

Das Feuerwerk war übrigens, so der Besitzer der Imbissbude am Campingplatz, eher be­scheiden, wie er mir bei einem selbst gebrannten Calvados erklärte.

Willi heißt im Original nicht so. Er gehört Freunden und wurde mit Erlaubnis fotografiert und eingefügt.
Willi heißt im Original nicht so. Er gehört Freunden und wurde mit Erlaubnis fotografiert und eingefügt.

Jean MetieramourBraunschweig 2. April 1920

Die anderen sahen mich an und dachten in meine Richtung. Ich hatte mehr Erfahrung als sie, das war klar. Aber soviel Erfahrung wie sie dachten, nun auch wieder nicht.

Zumal ich mich in völlig anderen Gegenden herumgetrieben hatte.

Aber das gehört nicht an diese Stelle!

Wir gingen hinauf öffneten die Tür, durch die Grünfinger und Barbara gegangen waren. Drinnen waren Grünfinger, Barbara und eine weitere Frau.

„Hey,“ sagte Sie, „Seid Ihr wieder mal da!“

'Bist du Hedwig?' telepathierte ich.

Oh,' kam es zurück, 'seht Ihr mich zum ersten Mal? Ich bin's!'

Und laut sagte sie: „Darf ich Euch meine Freundin Barbara vorstellen!“

Wie von einem Magnet gezogen begab sich Mario zu Barbara.

Einiges lasse ich in meinem Bericht über die beiden Tage im Jahre 1920 aus. Es betrifft Mario und Barbara. Dies soll ein seriöser Bericht sein.

Und ich hoffe auch die Damen unserer Teams halten sich daran.

Ich gebe lediglich meiner Verwunderung Ausdruck, wie Marios es trotz der knappen Zeit schaffte, mit Barbara anzubändeln, ihr ein Haus zu besorgen, sie zu überzeugen dort zu wohnen und auch noch die Kleider für unsere Damen dort aufhängen zu lassen.

Ein Rätsel ist zudem wie Frauke so schnell die Kleider kaufen konnte.

Mario und Barbara gingen Ihre eigenen Wege, während  wir uns mit Hedwig und Grünfinger be­rieten. Wir setzten sie von Ihrer bevorstehenden Entführung in Kenntnis. Uns war klar, dass wir diese nicht verhindern sollten, da sonst alles in Unordnung geriet. Wir wären dann wahrscheinlich nicht in dieses Jahr gereist, Mario hätte Barbara nicht kennen gelernt. Die Folgen waren nicht absehbar.

„Wir brauchen Hexenstaub!“ sagte Hedwig.

„Und wie bekommen wir ihn?“

„Morgen,“ sagte Hedwig, „bei einem Osterfeuer.“

„Da können wir,“ sagte Bull, „mehrere Dinge auf einmal erreichen!“

Jean MetieramourBraunschweig 3. April 1920

Das Flammen loderten hoch und wärmte dich Menschen, die sich um das Osterfeuer versammelt hatten. Wir, dass heißt alle SYMFORTD-Leute die in diesem Jahr gelandet waren, Hedwig, Grünfinger und Barbara schauten auch in die Flammen.

Bull und Hedwig hatten einige Kräuter gesammelt, die sie im Feuer abgelegt hatten. Nun murmelten sie beide Zaubersprüche. Ich machte einige mystische Handbewegungen und murmelte ebenfalls Zau­bersprüche,  Frauke, Mario und Cliff konzentrierten sich auf ihre Ringe und unterstützten uns beim zaubern.


Als erster löste sich ein regenbogenfarbener Nebel aus dem Feuer. Hedwig und Bull bewegten ihre Hände und Arme, so steuerten sie den Nebel auf uns zu.  Die beiden entfalteten ein Tuch und ließen den Nebel darauf nieder sinken. Dann nahmen sie die Ecken auf und banden das Tuch zu einem Beutel zusammen.

„Das wird reichen und es wird bis 1925 halten, wenn ich es entsprechend behandle. Da Du bei der Herstellung des Hexenstaubes geholfen hast, wirst Du Ihn auch erkennen,“ murmelte Hedwig Bull zu. „Aber wir sollten Jean helfen. Er scheint mir erschöpft.“

Erschöpft war übertrieben, aber Hilfe konnte ich schon gebrauchen. Und als ich die magische Unter­stützung spürte, loderte das magische Signalfeuer hoch. Es war zwar kein Lagerfeuer, aber das war egal. Das Feuer wirkte. Eine Frau trat aus ihm hervor.

Käthe Müller, Braunschweig, 15. April 1995

Ich stand von meinem Plumpsklo in meinem Schrebergarten im Braunschweiger Osten auf. Es war Ostersamstag und ich wollte zum Osterfeuer. Ich zog meinen Overall hoch und suchte in meine Taschen nach Zigaretten.

Da fand ich den Ring. Ich zog ihn hervor und betrachte ihn.


Dunkel erinnerte ich mich an den gestrigen Abend, als ich ihn etwas angetrunken aus diesem Kaugummi-Automaten zog. Er trug eine Art Siegel, die aus geschwungenen S und F bestand.

Ich setzte ihn auf und mir wurde etwas schummerig. Ich hatte doch man gerade ein, zwei Bier getrunken, vielleicht musste ich mein Klo mal wieder leeren.

Ich trat an die frische Luft.

Links von mir qualmte ein Feuer.  Im Blumenbeet lag eine Katze.

Wie kam das Osterfeuer in meinen Garten. Es zog mich magisch an.

Im nach hinein ist mir erst klar, das es echt magisch und nicht nur so dahin geredet ma­gisch war.

Ich ging in das Feuer und trat wieder heraus. Die Katze folgte mir.

Käthe Müller, Braunschweig, 3. April 1920

Irgendwie kam mir in den Sinn, dass ich träumen musste. Die Leute, die um das Feuer herum standen sahen irgendwie merkwürdig aus. So als stammten sie aus dem Theater oder einem Film der 20ger Jahre.

Wie richtig ich mit den 20gern lag, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

„Das muss sie sein!“ hörte ich mehrere Stimmen sagen und auf eine ganz merkwürdige Art und Weise halte dies in meinem Kopf nach.

„Sie heißt Käthe Müller!“ sagte ein junger hübscher Mann.

Er und einige weitere Leute kamen auf mich zu und begrüßten mich. Es war wie der Empfang auf einem Bahnhof.

„Darf ich mich vorstellen, ich heiße Mario Landani!“

Auch die anderen stellten sich vor. Cliff, der Hippy mit der Gitarre, Frauke, eine streng wirkende Blondine, Jean Metieramour, ein schlaksiger Schwarzer und ein Indianer.

Der Indianer hat sich mit „Ich heiße Roter Büffel,“ und hat sich dann nach Blick auf den Schwarzen korrigiert: „Na, gut Mark Bull!“

Ich hatte das Gefühl in einem anderen Film zu sein. Ich wunderte mich, dass ich nicht durchdrehte.

Das die Katze und meine neuen Freunde dies verhinderten, wurde mir erst später klar.

Das Empfangskomitee zog mich vom Feuer weg und führte mich über einige Wege zu einigen Autos, besser gesagt Oldtimern.

Zwei Frauen und ein Mann, deren Namen ich erst später erfuhr, schlossen sich an.

Wir fuhren zur Jasperallee bzw. in eine Seitenstraße derselben.

 

Das die Jasperallee zu diesem Zeitpunkt nicht Jasperallee, sondern Kaiser-Wilhelm-Stra­ße  hieß, wurde mir erst später klar.

Alles sah zwar bekannt aus, aber dennoch anders. Wir gingen die Außentreppe eines Hauses hinauf.

Die drei mir noch Unbekannten verabschiedeten sich von uns im Innern des Hauses und wird begaben uns in den Keller, wo eine Frau an einer Maschine wartete.

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