Nachbarn

Mark Bull Braunschweig 23. März 1925

Bis vor kurzem hatte man uns noch telepathisch geholfen, mit der Situation fertig zu werden, nun war es schon an uns zu helfen. Die „Neue“, Käthe Müller hatte es auch notwendig. Vom Jahr 1995 durch ein Feuer ins Jahr 1920, dann mit einer Maschine ins Jahr 1925, völlig fremde Menschen um sie herum. Gut dass wir Rat und Unterstützung in Hedwig, Grünfinger und den Zweifelhaften um uns herum hatten.

Im Jahr 1925 hatte sich noch nichts verändert. Wie auch. Dorthe erklärte uns, das wir nur eine Viertelstunde weg gewesen seien. Sie erklärte uns auch Kristinas Abwesenheit.

Wir gingen zu Grünfinger und ließen uns Hedwigs Zimmer zeigen. Der Hexenstaub war allgegenwärtig. Ich winkte den Freunden zu und verließ den Raum, die Freunde folgten mir treppauf bis auf den Boden. Dort ging die Staubspur bis zu einem Schrank an einer Wand. Ich öffnete den Schrank. Drinnen war nichts.

„Lasst uns den Schrank bei Seite rücken“ sagte ich. Hinter der Tür war ein Loch in der Mauer.

„Das ist das Nachbarhaus.“ sagte Grünfinger.

„Wer wohnt dort?“ fragte Jean.

„John O`Cathey,“ das Gesicht des Altrasslersverfinsterte sich, „ein Schwarzmagier! Und wie ich ein Turaner!“

Oh!,“ machte Jean, „dann ist es ja nicht ausgeschlossen, dass er mit EODistengemeinsame Sache macht! Er scheint aber nicht zu Hause zu sein.“

„Nein, das Haus ist zurzeit an zwei Ringer vermietet!“

Ich beugte mich in das Nachbarhaus. „Hier ist keine Spur von Hexenstaub!“

Jean beugte sich ebenfalls vor und murmelte „Antimagie! Hier wohnen Barbaren!“

„Barbaren?“ fragte Frauke ungläubig.

„Troll-Cybride! Aber sie sind nicht zu Hause. Wartet hier!“

Jean schlüpfte durch den Mauerdurchbruch und winkte mir zu. „Marc würdest Du mitkommen, ihr anderen haltet Verbindung!“

Konzerthaus Braunschweig 2018
Konzerthaus Braunschweig 2018

„Halt!“ sagte Jean und gab Frauke den Zettel. „Kannst Du das kopieren?“

Frauke holte ihren Kasten hervor, wischte darüber und der Kasten vergrößerte sich. Sie hielt den Kasten über den Zettel und meinte „Es funktioniert!“

Jean nahm den Zettel und bracht ihn zurück.

Wir folgten Grünfinger zu einem Stapel Zeitschriften. Er blätterte in Ihnen herum und fand ein paar Seiten mit Veranstaltungen zu Ostern.

Ähnliches hatten wir schon auf den Plakaten gesehen.

Es gab Varieté mit Otto Müller und Raoul LeVin. Wir entdeckten auch einen Namen, den uns der Gärtner genannt hatte.

Wir durchsuchten schnell und effektiv das Haus. Bis auf ein paar Varieté-Plakate und einen Zettel fanden wir nichts besonderes, vor allem nicht Hedwig.

Als wir wieder bei den anderen waren fragte Jean: „Was ist das Konzerthaus!“

Er bekam unterschiedliche Antworten, aber nur die Grünfingers war wichtig.

„Eine städtische Veranstaltungsstätte. Dort treten demnächst die beiden Ringer auf. In einem Varieté-Programm. Kommt mit!“

Jean fand noch etwas anderes. Aber zunächst zeigte er allen den Zettel.

„Kann jemand damit etwas anfangen?“

Niemand konnte das.

„Dann schlage ich eine Ballonfahrt vor.“

Er legt die Zeitung, die er auf dem Schoss zusammengefaltet liegen hatte, offen auf den Tisch. „Tauffahrt der Braunschweig III” hieß es da.

„Aber erst gehen wir ins Varieté“ verlangte Cliff.

Der Mensch war und ist genusssüchtig.

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