Varieté

  Cliff LorganBraunschweig 23. März 1925

Eine Bühne, Leute mit einer Grundnervosität namens Lampenfieber, Bühnenarbeiter, Schauspieler... Nicht viel anders als auf den Konzerten, die ich mit meiner Band eins gab. Ich fühlte mich ein wenig zu Hause.

Wir schwärmten unter telepathischen Kontakt aus.

Ein Clown kam auf mich zu und sagte mit einer Tenor-Stimme: „Ich bin Josef Lobers und ich bin besessen!“

Ich starrte ihn an: „Ist das ein neues Spiel?“

Die Stimme des Clowns wechselte in den Bass und erklärte: „Ich bin Josef Waldner und ich bin der Besetzer!“

„Hä?!“ machte ich.

Die Bassstimme wurde eindringlicher: „Der Geistbesetzer!“

Ich vernahm die telepathische Stimme Jeans: 'Hey, das gibt's wirklich!' Er schlenderte heran.

'Besessenheit!' Waldner ist der Geist eines verstorbenen...“

„Suchers!“ sagte der Bass. „Aber Ihr kennt mich doch!“

Mir wurde zumindest einiges klar. „Wahrscheinlich kennst Du mich schon, ich aber Dich noch nicht.“

Die Bühne betrat ein Hundedresseur mit einer Gruppe Hunde. Auch er hatte in der Zeitung gestanden. Es war auch von einem gedankenlesenden Hund die Rede. Mir schwante böses.

„Wieso böses?“ kam es von der Bühne, die Stimme kam von einem Pudel. „Hat der Gärtner nicht deutlich gemacht, dass wir nicht die Bösen sind. Ich heiße Putzi und bin ein Zweifelhafter!“

Putzi sprang von der Bühne und gesellte sich zu uns. Vom Bühneneingang näherte sich eine weitere Gruppe. Käthe, Frauke und Mario kamen mit einem zeitgemäß (was die 20ger betraf) gekleideten Herrn zu uns: „Das ist Sogan “ erklärte Mario. Sogan trug einen SYMFORTD-Ring.

Ihr braucht mich sicher nicht!“ sagte Putzi, der sich dadurch tarnte, dass er schwanzwedelnd um uns herumturnte. 


Von der Bühne war schon mehrfach nach ihm gerufen wurden. Er sprang auf die Bühne.

„Wir sollten gemeinsam einen Kaffee trinken,“ sagte Sogan.

Ich gewahrte, dass sich Bass Waldner mit Tenor Lobers unterhielt.

„Wir könnten eine Bauchredner-Nummer in unser Programm aufnehmen!“ sagte Lobers. „Ja,“ Waldner war ganz begeistert. „Ich kann auch noch ein paar andere Stimmen, von Leuten, die zuvor von mir besessen waren. Joana Boire zum Beispiel.“

Die letzten vier Worte wurden mit einer einschmeichelnden Frauenstimme gesprochen.

Mario glotzte ihn an.

'Hey,' ließ sich jetzt Jeans telepathische Stimme wieder vernehmen. 'Das ist nichts Besonderes. Magisch begabte, die bei Ihrem Tod noch etwas erledigen müssen, machen das fast immer: Sie tauchen als Geist auf und besetzen den Geist eines anderen, um Ihre Aufgaben zu erledigen.'

„Und was“ fragte Frauke, „hast Du zu erledigen?“

„Wenn Ihr das nicht wisst“ erklärte Lobers-Waldner-Boire mit der bezaubernden Frauenstimme „Sollten Ihr das vielleicht auch nicht wissen!“

„Richtig!“ erklärte Putzi von der Bühne her.

„Irgendwie sollten wir weniger Aufmerksamkeit erregen. Gibt es irgendwo einen Platz wo wir uns setzen und etwas trinken können.“

Wir fanden einen, schoben mehrere Tische und Stühle zusammen und bestellten Kaffee.

„Machen wir es kurz: Wir suchen Hedwig.“

Es war Waldner der sich eindrücklich nach vorn drückte: „Hedwig!“ Der Körper sprang auf: „Meine alte Freundin Hedwig!“

„Ruhig“ mahnte Sogan. „Berichtet!“

 Frauke übernahm den Bericht, wir anderen ergänzten. Nur Käthe hielt sich weitgehend zurück. Auch für sie war es ein Briefing.

„Das mit dem Ballon halte ich für eine gute Idee!“ lobte Sogan.

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