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Zwischen den alten Handelsstraßen, der Stadt und der Landwehr

Der heutige Bezirk Viewegs-Garten / Bebelhof lässt sich schon im Mittelalter durch die Stadtbefestigung, zwei alten Handelsstraßen und die Braunschweiger Landwehr in etwa eingrenzen. 

Die Helmstedter Straße, die heute einen Teil der Grenze zum Bezirk Östliches Ringgebiet bildet, hat als Teil der Fernhandels- bzw. Heerstaße von Flandern und Köln über die Braunschweiger Okerfurt weiter nach Helmstedt, Magdeburg und Leipzig und nach Bornstedt (1969) "bis zu den Slavenländern" schon vor der Stadtgründung bestanden bzw. diese mit beeinflußt. Auf dem heutigen Gelände des zum Stadtbezirk gehörenden Hauptfriedhof wird von verschiedenen Autoren ab ca. 800 die Wüstung Morthop vermutet. Das Bleek St. Leonhard enstand ab den 11. Jahrhundert ebenfalls in umittelbarer Nähe der Straße nach Helmstedt.

Parallel der Oker führt nach Süden führt(e) ein weitere wichtige Handelsstraße nach Wolfenbüttel und Halberstadt, an dieser Straße lag (etwas abseitst) der Mühlenort Eisenbüttel und südlich des Zuckerbergs die Wüstung Ekthi. Die Straße hatte nicht nur als Handels- und Heerstraße eine Bedeutung, sondern ab dem 17. Jahrhundert auch als herzogliche Straße. (vgl. Brornstedt (1984)). Nach Bornstedt (1984), der sich auf eine alte Handschrift von Creitz (siehe Literatur) beruft, war am heutigen Zuckerberg ein Zuckerkrug. Bornstedt nimmt an, dass dies der Name des Besitzers war und der Zuckerberg hierher seinen Namen hat. Bornstedt (1981) zufolge lag am südlichen Hang des Zuckerbergs die Wüstung Ekthi. 

Im Osten kann für die historische Zeit als Anhaltspunkt Wabe bzw. Mittelriede gesehen werden, also der Verlauf der Braunschweiger Landwehr. Auch wenn die Grenze des Stadtbezirks etwas weiter östlich verläuft. Die Flüsse bilden die Grenze zu Riddagshausen. Zum Gebiet von St. Leonhard gehörte Zeitweise die zum Siechenholz gehörende Mastbruch, das 1281 zu Riddagshausen kam. Etwa vom Mastbruch bildet eine gedachte Linie zum Zuckerberg an der Wolfenbütteler Straße die Grenze, von der aus Südöstlich das 1230 im Weiheprotokoll der Magnikirche erwähnte  Rautheim liegt. 

Zur Stadt hin wurde der Bezirk durch die Stadtmauer bzw. das Glacis begrenzt. Das Steintor, das Magni-Tor (bis zu seiner Vereinigung mit dem Steintor 1700), das Aegidientor bis 1730 und das Augusttot ab 1730 waren die Zugänge zur Stadt.

Im Gebiet der heutigen Bebelhof-Siedlung lag die Wüstung Limbeki, die in der Weiheurkunde der Magni-Kirche von 1031 erwähnt wird. Bornstedt terminiert in „St. Magni 1031 – 1981“ die Entstehung auf vor 500 bzw. 500 bis 800 und vermutet das Aufgehen der Wüstung in die Äcker und Wiesen auf im 14. Bis 15. Jahrhundert. Der Name des Gebietes wandelt sich: Limbeke, „illa Limbeke, up dem Limbeken veldhe, Lemkenfelde, Lemkencampe, Lämchenteich und Lämchenkamp sind nachgewiesene Namen. Bornstedt nennt den Lämchenbach, andere Autoren die Lämchenriede als Flüsse, die bei Eisenbüttel in die Oker fließen. Ob es sich dabei um den Namen desselben Flusses handelt, ob hier unterschiedliche Flüsse gemeint sind (die auf alten Karten auszumachen sind) kann nicht geklärt werden.

Ampel Bebelhof
Ampel Bebelhof