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siehe aber auch Quellen Projekt

Eisenbüttel – eine alte Wassermühle

Anmerkung

Eisenbüttel liegtzur Hälfte in

wird aber hinsichtlich der früheren Zugehörigkeit zu  St. Cyriakus hier geführt.

Schon 1180 wird ein Eysenbutle als Mühle erwähnt. Hahne vermutet anhand der Silben „büttel“ hier und anderen im Braunschweigischen vorkommenden „Büttel“ „aus den Gebieten an der niederen Elbe durch die Nordmännereinfälle vertriebene Bewohner“, die „seit dem 9./10. Jahrhundert von den Grundherren hier angesiedelt wurden, um ein kleines Stück, um ein kleines Stück der noch unberührten Auenwälder an den Flüssen zu roden und Mühlen anzulegen. In den den Namen vorgestellten Silben vermutet er Personennamen. Den Ackerflur von Eisenbüttel schätzt Hahne auf 30 bis 60 Morgen. 

Die Mühle gehört zum Kloster Cyriaci bzw. Cyriakus, die Ekbert II. gegründet hat. Auf ihn soll auch die Mühle schon zurückgehen, die aber erst um 1200 erwähnt. Einer Legende nach soll der Markgraf Ekbert II. in der Mühle von Reitern des Kaisers Heinrich IV. ermordet wurden sein. Bis 1580 blieb die Mühle bei Cyriaki, wurde aber gegen Erbbauzinz an Bürger vergeben. 1580 kaufte die Stadt die Mühle für 6500 Taler. Aus der Urkunde wird deutlich, „dass es sich um damals um ein ganzes Mühlensystem handelte ... 2 Schleifmühlen, 1 große Mahlmühle mit 5 Mühlen, 1 Walkmühle um Verdichten und Stampfen von gewebten Tüchern) mit 2 Mühlen, zwei weitere Schleifmühlen, 1 Borkenmühle (Lohmühle) ... 1 abseits gelegene Pulvermühle“ (Appelt, Müller). Die Mühle geriet in die Auseinandersetzungen der Stadt mit Ihren Herzögen und wurde dabei auch hin und wieder zerstört und wieder aufgebaut.

Aus einer Herrenstube entstand ab 1707 eine Gaststätte, Eisenbüttel entwickelte sich zum Ausflugsort. 

Es ist anzunehmen, dass es bei dem Wirtschaftsbetrieb auch Wohnhäuser gab. 

Aus der Mühle entstand Ende des 19. Jahrhundert ein Wasserkraftwerk. Eisenbüttel wurde mit der Gaststätte Heinrichshafen zum Ausflugslokal, dass von vom alten Hauptbahnhof mit Dampfschiffen angefahren wurde.

Ich selbst erinnere mich aus meinen Kindheits- und Jugendtagen an eine Art Baracke, das als Gaststätte „Heinrichshafen“ oder „Am Heinrichshafen“ an der Wendeschleife der Straßenbahn. Zumindest mit meinem Vater habe ich diese Gaststätte besucht, als ich in der Riedestraße wohnte. Ich  glaube aber, dass sie auch noch Mitte der 60ger Jahre existiert hat, kann mich aber irren. Nach Pingel ist hier auch eine Gaststätte bis in 60ger Jahre im Adressbuch.

 

Eine Gaststätte "Heinrichshafen" wird von Pingel 1873 bis in 1960ger Jahre im Adressbuch nachgewiesen, Ein Straße Eisenbüttel steht von 1860 bis 1882, danach die Eisenbütteler Straße (1870 7 Nummern, 1874 8, 1895 17, 1915 19 Nummern) die Straße geht von der Wolfenbütteler Straße bis zur Bahnhofsstraße. Außer der Gaststätte und dem Wasserkraftwerk, findet sich hier die Verwaltung der Straßeneisenbahngesellschaft. 

Quellen

  • Appelt, Wilhelm ; Müller, Theodor: „Wasserkünste undWasserwerkeder Stadt Braunschweig“; Braunschweig 165
  • Hahne, Otto: „Alte Einzelhöfe im Stadtgebiet von Braunschweig“, Braunschweig 1954
  • Pingel, Norman-Mathias: „Stadterweiterung und städtische Behörden in Braunschweig 1851 – 1914“ Hannover 1998
Eisenbüttel
Eisenbüttel
ehemalige Wassermühle
ehemalige Wassermühle
Wendeschleife
Wendeschleife