Guérande

Der Plan war noch ein wenig durch die Bretagne zu radeln, aber „ja, mach nur einen Plan.“

Aber nach einer erfolglosen Hotelsuche, fand ich dank eines Bankangestellten und einem aufgeweckten Jungen noch ein Zimmer und ….

… und verlebte ein paar schöne Tage.

Der Tag, hatte eigentlich ganz schön begonnen,

am morgen hatte ich bei St. Nazaire  den 1.000 km gefeiert.

Dann habe ich der auf der ganzen Halbinsel Guérande kein Hotel  gefunden. Ich umradelte die Halbinsel mehrfach und fluchte immer mehr vor mich hin. Zum singen war immer weniger zumute.

Ich erinnerte mich an meinen finanzkundigen Freund, der mich gewarnt hatte. Die Franzosen, hatte er erklärt, dürften in diesem Jahr wenig Geld (ich meine mich an die Summe von 1.000 FF)  umtauschen und deshalb Urlaub im eigenen Land mach würden.

Und in Lignieres-de-Touraines hatte ich im Hotel ein Schweizer Ehepaar getroffen, dass darüber klagte, in der Bretagne keine Hotels gefunden zu haben und im Auto geschlafen zu haben. Mein Fahrrad war da nicht sehr hilfreich. Und ein Zelt hatte ich damals (noch) nicht mit auf Reisen.

Ich suchte die „syndicate de initiative“ und fand es nicht.

Guérande Port St. Michel
Guérande Port St. Michel

 

Wütend ging ich zur Bank, wollte noch mal Geld wechseln und mit dem Zug nachhause. Dem Bankangestellten gelang es, mich erst zu beruhigen, dann trotz meiner schlechten Französischkenntnisse  (sprachen wir vielleicht englisch oder gar deutsch, ich weiß es nicht) mir den Weg zum syndicate de initiative zu weisen. Er riet mir nach einem Privatzimmer zu suchen und dann erklärte auch noch, dass der nächste Bahnhof in La Baule war.

Das syndicate de initiative  war im Porte St. Michel. Dort hatte ich es schon gesucht, es war aber innen – und zu. Gegenüber war ein kleine Bar (Cafe de la mairie, wenn ich mich recht erinnere). Dort trank ich ein Bier.

(So ganz sicher bin ich nicht, dass das Port St. Michel von innen ist, die Markierungen wären nur dann richtig)

Die Dame im syndicate de initiative war sehr nett, schaute zweifelnd, telefonierte dann und gab mir eine Adresse. Ein Junge von etwa 10 Jahren erwartete mich und wies mich ins Zimmer. Ich packte aus und machte einen Spaziergang. Wahrscheinlich trank ich meinen ersten Wein bei Chez Robert.

Guérande - Port St Michel -innerhalb der Stadtmauer
Guérande - Port St Michel -innerhalb der Stadtmauer

Als ich zurückkam, waren die Eltern da – und überrascht. Es dauerte ein Weile bis klar war, dass „le petit fils“ mit das Zimmer ohne Wissen (und spätere Information) der Eltern überlassen hatte.

Ich durfte bleiben und blieb gleich ein paar Tage. Weiterfahren wollte ich nicht mehr. Ich habe es nicht bereut.Bei (chez) Robert lernte ich nette Leute kennen. Einige arbeiteten in der Salzfeldern. Dann gab es noch Jean-Claude, Paul und Charlotte, die ganz mit meinen ersten (Pétanque-)Kugeln verbunden sind.

CHEZ ROBERT

Während meiner Tage in Guérande, suchte ich die Bar „Chez Robert“ mehrfach am Tage auf. Morgens deckte ich mich in verschiedenen Geschäften in der Rue St. Michel ein und trug sie in die Bar „Chez Robert“, einen kleine Bar direkt gegenüber dem Port St. Michel.

Dort bestellt ich einen großen café noir (Milchkaffee trinke ich grundsätzlich nicht) und frühstückte mit Genehmigung vom Monsieur Robert und oder Madame.

Morgens waren meist ältere Leute da, u. a. glaube ich auch Charlot, der wohl älteste Gast. Jeden morgen kam ein gut gekleideter Mann, bestellt eine petit blanc, legte ein paar Münzen auf die Theke, bestellte einen zweiten, kippte den ersten, trank den nachgeschenkten langsam.

Dann fuhr ich ein wenig mit dem Fahrrad herum, traf abends einige dann einige Leute die in den Salzfeldern arbeiteten sowie Jean-Claude und Paul.

Chez Robert
Chez Robert

Auf einer Auto-Tour auf dem Rückweg von La Palmyre war die Kneipe völlig anders


ch hatte mir vorgenommen für mich und als Geburtstagsgeschenk für einen Freund „echte“ Boule-Kugeln zu kaufen. In Deutschland (zumindest in Braunschweig) konnte man damals ganz leichte und nicht für Turniere zugelassene Kugeln kaufen.

Turniere gab es in Deutschland damals nur ganz wenige, der Deutsche Pétanque Verband war noch nicht gegründet. 

Da jede Kugel ca. 700 gr. wiegt, wollte ich die ca. 4 kg nicht per Rad transportieren, also erst am Ziel kaufen.

In Guérande hatte ich zwei Geschäfte gesehen, eins direkt neben Chez Robert, das andere in der Fußgängerzone.

Meine Fragen, ob es noch weitere Geschäfte gäbe und in welchen ich meine Kugeln kaufen sollte, wurde mit „Ja“ und mit dem Laden in der Fußgängerzone beantwortet.

Jean-Claude erklärte, dass er mit mir zusammen einkaufen wolle. Dann bekäme ich einen guten Preis und ein Cochonnet umsonst. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag.

Außerdem zeigte mit Jean-Claude Palets, (siehe Jeu de Palet).Als ich am nächsten Tag ins Chez Robert kam, war Jean-Claude nicht da. Er kam und kam nicht. Ich wurde ungeduldig. Monsieur Robert und die Gäste waren nicht begeistert, ich war schließlich ein Gast aus Deutschland.

Als ich am nächsten Tag ins Chez Robert kam, war Jean-Claude nicht da. Er kam und kam nicht. Ich wurde ungeduldig. Monsieur Robert und die Gäste waren nicht begeistert, ich war schließlich ein Gast aus Deutschland.

Schließlich wurde Paul beauftragt mit mir Kugeln zu kaufen. Paul kam mit, zeigte mir den Laden und sagte dann erstmal nichts.

Für die Kugeln meines Freundes hatte ich eine präzise Größen- und Gewichtsangabe. Das war schnell erledigt.

Ich selber wollte große schwere Kugeln. als ich diese ausgesucht hatte, fragte ich Paul. Er riet mir ab. Seine einzige Hilfe ignorierte ich.

Meine Kugeln aus Guérande
Meine Kugeln aus Guérande

ch ging zu meinem Zimmer und kehrte zur verabredeten Zeit zurück. Jean-Claude war nicht da und kam auch nicht. Vom Boulespiel zurückkehrende Gäste erklärten (z. B. der uralte Charlot), erklärten, dass ich gern mit ihnen hätte spielen können. Schließlich zog ich mit meinen Kugeln ab.

Als ich etwas später zurückkam war Jean-Claude da. Inzwischen war ein Boule-Spiel mit Jean-Claude, Paul, Charlot und mir organisiert wurden. So kam ich zu meinem ersten Spiel auf französischen Boden und gleichzeitig mein erstes Spiel mit eigenen echten Kugeln. Es fand an der Stadtmauer statt.


Salzfelder und Strand

Zwischen der Stadt Guérande und La Baule liegen die Salzfelder, wo das berühmte Sel de Guérande gewonnen wird.

Als ein Boulefreund von mir diesen Artikel las, meinte er nn Guérande kaufe man doch Salz, keiner Kugeln

Die Felder werden auch gern von Zugvögeln besucht.

Ohne Gepäck fuhr ich bergab / bergauf viel leichter.

Auch zum Baden radelte ich nach La Baule. 

In einer Café-Bar erlebte ich das bisher einzige Mal, dass es unterschiedliche Preise beim Sitzen an der Theke, an Tischen drinnen und auf der Terrasse gab.

Ein anderer Ausflug brachte mich in den Regionalen Naturpark Brière


Regionaler Naturpark Brière

Einen Tagesausflug machte ich in den Regionalen Naturpark Brière.

Oder einkehren.

Aber jeder Urlaub geht ein mal zu Ende.

Dort kann man mit dem Boot fahren.