Die goldenen Spinnen

Die goldenen Spinnen (o. J.)

Goldmann Krimi 3031

Übersetzung Peter Fischer

Nach Kaliber 38

Goldmann und Wollerau/Schweiz: Krimi-Verlag, 1967

Ullstein, 1960]

Nest-Verlag, 1955

 

The Golden Spiders (1953) Viking Press Quelle Wikipedia

Die NWdatabase informiert: "Begins Tuesday May 19, 1953, ends Friday May 29."

Hätte Fritz Brenner nicht ohne Absprache Safran und viel frischen Estragon anstelle von Salbei an die Stare gegeben, wäre Nero Wolfe nicht sauer geworden.

Hätte sich Wolfe einigermaßen anständig gegenüber Fritz verhalten, hätte Archie Goodwin ihn nicht rächen wollen.

So lässt er den 12jährigen Piet Drossos herein, der mit Wolfe einen Fall bearbeiten will. Wie Archie feststellt, ist es immer ein Glückspiel Wolfe anzufrotzeln. Statt zu explodieren, lässt sich Wolfe den Fall erzählen, und Archie muss seinem Spezialsteno alles mitschreiben, statt zum Billardturnier zu gehen.

Pit putzt die Fenster von Autos, die an Ampeln halten und hofft auf Honorierung. In einem die dieser Autos saß ein Frau mit Spinnenohrringen und ein Mann. Lautlos fordert sie Pit auf, die Polizei zu verständigen. Um nicht abgestempelt zu werden, spricht er lieber mit Wolfe. Die Autonummer soll Archie an Inspektor Cramer weitergeben, der erreicht aber nur Purley Stebbins. 

Irgendwann muss der Junge heim zu Muttern, und Archie kann endlich zum Billard.

Am nächsten Abend gibt es leckere Schweinspfannkuchen, Wolfe lobt Fritz, dann kommt Purley.

Mit dem gemeldeten Auto wurde Pit Drossos überfahren. Archie berichtet Purley über die Abendveranstaltung mit Pit und Wolfe. Anthea Drossos, die Mutter von Pit kommt mit dem Ersparten des Jungen. Pit hatte ihr sterbend aufgetragen, das Geld zu Wolfe zu bringen. Purley guckt vom Einwegbild in der Wand (siehe 35th Straße) zu.

Archie überredet Wolfe von dem Geld des Jungen eine Anzeige aufzugeben, um die Frau mit den Spinnenohringen zu suchen. Archie steuert 1,85 $ hinzu.

Das bringt zunächst Cramer in 35th Street und den roten Ledersessel. Er fragt zunächst nach der Anzeige, dann ob Wolfe einen Matthew Birch kennt. Wolfe erklärt, dass er die Gazette lese, und darin habe gestanden, dass dieser Birch überfahren worden war. Und zwar mit demselben Auto wie Pit. Birch ist Beamter der Einwanderungsbehörde. 

Die Anzeige lockt auch die schwerreiche Laura Fromm in die 35th Street. Sie trinkt Gin, dessen Geruch Wolfe vor allem eine Stunde vor dem Essen zuwider ist. Auch Nachfrage erklärt, sie das sie zur Tatzeit ein Cocktail Hotel Churchill getrunken habe. 

Wolfe erhält einen Honorarvorschuss von 10.000 $, den Auftrag soll er aber erst später erhalten. 

Doch auch Laura Fromm wird von einem Auto überfahren.

Nun geraten Wolfe und Archie in einen Fall um illegale Einwanderung und viel Geld.

Da wird Wolfes Gehirn, aber auch Archies Fäuste und sein Revolver gefordert. Dabei helfen Saul Panzer, Fred Durkin und Orrie Cather kräftig mit. Die vier kriegen es diesmal mit echten Galgenvögeln zu tun. Wolfe mit seinen Lieblingsgegnern: Rechtsanwälte.

Dass das Täterle dabei ungeschoren bleibt, ist undenkbar. Diesmal fliegen aber auch Fäuste und Patronen.

Im Zusammenhang mit den Charakteren ist folgendes jedoch anzumerken. 

Saul Panzer wird von Wolfe als jemand geschildert, das Geheimnis seiner überragenden Geschicklichkeit (Leute zu verfolgen) selbst nicht kennt.

Archie über Rowcliff:

> Wenn wir zu zwanzig Personen, darunter Rowcliff, dem Hungertode nahe auf einer Insel säßen und durch Abstimmung zu entscheiden hätten, wer von uns geschlachtet und am Spieß gebraten werden sollte, so würde ich nicht für Rowcliff stimmen, weil ich weiß, dass er mir schwer im Magen liegen würde. Aber im Vergleich mit seiner Meinung über mich beruht meine über ihn geradezu noch auf Sympathie. <

Archie über Lon Cohen:

> Ich weiß nicht, was Lon Cohen eigentlich bei der Gazette ist, und ich frage mich, ob er es selbst weiß. Außen- oder  Innenpolitik, Lokales und Sport, Wochentags- oder Sonntagsausgabe — er scheint überall in- und auswendig Bescheid zu wissen, ohne jemals an den Dingen arbeiten zu müssen. Sein Schreibtisch steht allein in einem etwa drei Mal vier Meter großen Zimmerchen, und das ist auch gut, denn sonst hätten seine gewaltigen Füße gar keinen Platz. Von den Fußknöcheln aufwärts  ist er einigermaßen normal. <

Das Churchill wird erwähnt.

Archie über die Tagelöhner Saul, Fred und Orrie:

> Dieses Trio bot nicht gerade einen erhebenden Anblick. Saul Panzer mit seiner großen Nase, die das schmale Gesicht beherrschte, und seinem braunen Anzug, den er sich eigentlich wieder einmal hätte bügeln lassen müssen, nachdem er in den Regen geraten war, hätte ein Stallknecht oder Straßenkehrer sein können, aber er war keiner. Er war der geschickteste Detektiv in ganz New York, und sein Talent, jemandem auf der Spur zu bleiben, das Wolfe gegenüber Pit Drossos so hoch gerühmt hatte, war nur eine seiner vielen Gaben. Jede Agentur in der Stadt hätte ihn mit Handkuss genommen.

Der Körpergröße nach hätte man aus Fred Durkin beinahe zwei Sauls machen können, aber nicht der Tüchtigkeit nach. Auf das Beschatten verstand er sich allerdings, und bei allen gewöhnlichen Aufgaben konnte man sich auf ihn verlassen, aber wenn ihm etwas Ausgefallenes über den Weg lief, konnte es passieren, dass er durcheinanderkam.

Bei Orrie Cather endlich, wenn er einen mit seinen treuen dunkelbraunen Hundeaugen anblickte, ein zufriedenes Lächeln um die aufgeworfenen Lippen, hatte man keinen Zweifel daran, dass es ihm hauptsächlich darauf ankam, ob man auch genügend beachtete, wie gut er aussah. Natürlich irritierte das jeden Kandidaten, mit dem er sich zu befassen hatte, zugleich aber machte es den Eindruck, dass man es gar nicht nötig habe, auf der Hut zu sein, was möglicherweise gefährlich war, da es ihm im Grunde ja auf seinen kriminalistischen Ehrgeiz ankam. <

Cramer holt eine Zigarre heraus und schaut diese an als sei sie vergiftet (ein Hinweis auf seinen künftigen Verzicht aufs Rauchen?).  Er steckt sie in den Mund, dass er sie ansteckt wird nicht geschildert, dass er sie ansteckt, später wirft er den Rest der Zigarre in Archies Papierkorb,

Ein sehr empfehlenswertes Werk!