Die Weihnachtsparty

Die Weihnachtsparty ( 1987)

Ü: Helmut Gerstberger 

in 

12 x Böse Bescherung

Herausgegeben von Asimov, Greenberg & Waugh 

München, Heyne, 1965; 

Siehe; Sammlungen div. Autoren

Auch 

Zyankali vom Weihnachtsmann

Klett-Cota 2019

Aus dem amerikanischen Englisch von Gunter Blank

 

Der unheimliche Weihnachtsmann (1966)  (lt. Kaliber  38)

 

Christmas Party - (1957)  Collier's Wikipedia

In:

And Four To Go (1958) Viking Press Wikipedia 

Es gibt mal wieder ein wenig Stress in der 35th Street. In gewisser Mr. Thompsons, der beste Hybridenzüchter Englands, ist zu Gast bei Lewis Hewitt. Und Hewitt hat Nero Wolfe nach Long Island eingeladen. Archie Goodwin soll ihn, da er der grundsätzlich der Einzige ist, von dem sich Wolfe chauffieren lässt. Zudem soll Archie Notizen machen.

Archie hatte aber zuvor schon für diese Zeit um Urlaub gebeten und erhalten. Da Archie nicht will, dass Wolfe so ohne weiteres über seine Zeit verfügt, holt er eine Heiratserlaubnis hervor. 

Die dazu gehörende Passage zitierte ich im Zusammenhang:

> »Es ist eine Art Geistesverwirrung, aber was kann ich dagegen tun? So ähnlich, wie das, das mir

Margot neulich abend vorgelesen hat - von irgendeinem Dichter, ich glaube ein Grieche: > O Liebe, unwiderstehlich in deiner Macht du triumphierst, selbst . . .«<

»Halten Sie den Mund und setzen Sie sich!«

» Jawohl, Sir.« Ich bewegte mich nicht. »Aber wir übereilen doch nichts. Wir haben noch nicht einmal einen festen Termin, und es bleibt noch eine Menge Zeit, alles zu regeln. Möglicherweise wollen Sie mich dann nicht mehr in Ihrem Haus haben; aber das liegt ganz bei Ihnen, Soweit es mich betrifft, würde ich gerne bleiben. Unsere langjährige Verbindung ist nicht ohne

Probleme gewesen, aber mir würde es schwerfallen, sie zu lösen. Die Bezahlung ist nicht schlecht, besonders wenn ich ab Ersten des Jahres eine Gehaltserhöhung bekomme - das ist übrigens am Montag in einer Woche. Dieses alte Sandsteinhaus ist für mich schon so etwas wie ein Zuhause geworden, obwohl es Ihnen gehört, und zwei Dielen im Boden meines Zimmers knarren. Ich bin stolz, für den besten Privatdetektiv der freien Welt zu arbeiten, auch wenn er noch so exzentrisch

ist. Ich finde es wunderbar, wann immer mir der Sinn danach steht, in die Gewächsräume hinaufzugehen und Zehntausende von Orchideen zu betrachten - besonders die Odontoglosseen. Ich finde auch . . .«

»Setzen Sie sich!«

»Ich bin zu nervös, um mich zu setzen. Ich finde auch Fritz' Kochkünste beachtlich. Ich mag den Billardtisch im Keller, Und ich mag die Fünfunddreißigste Straße West. Ich mag die Einwegglasscheiben an der Eingangstür. Ich mag diesen Teppich, auf dem ich gerade stehe. Ich mag Ihre Lieblingsfarbe - gelb. Ich habe Margot das alles erzählt - und einiges mehr - einschließlich der Tatsache, daß Sie allergisch gegen Frauen sind. Wir haben über all das gesprochen und sind zu dem Schluß gekommen, daß es einen Versuch wert ist - sagen wir für einen Monat - wenn wir von den Flitterwochen zurück sind. in meinem Zimmer könnten wir das Schlafzimmer einrichten und in dem leeren Zimmer daneben unser Wohnzimmer. Es gibt genug Schränke. Wir könnten zusammen mit Ihnen essen, oder wenn es Ihnen lieber äst, auch oben bei mir. Wenn der Versuch erfolgreich verläuft, gingen die neuen Einrichtungsstücke und die Umbauten natürlich auf unsere Rechnung. Sie wird ihre Arbeit bei Kurt Bottweill behalten und wäre also tagsüber nicht hier. Und da er Innendekorateur ist, würden wir alles zum Einkaufspreis bekommen. Natürlich ist das nur ein Vorschlag von uns, denn schließlich ist es ja Ihr Haus.«

Ich pflückte meine Heiratsgenehmigung vom Tisch, faltete sie zusammen und schob sie wieder in die Tasche. 

Noch immer waren seine Augen zusammengekniffen und seine Lippen schmal, »Ich kann es nicht glauben«, knurrte er. »Und was ist mit Miß Rowan?« 

»Lassen Sie Miß Rowan aus dem Spiel«, sagte ich bestimmt.

»Und was ist mit den Tausenden anderen Frauen, mit denen Sie rumschäkern?«

»Was heißt hier Tausende? Nicht einmal tausend. Und was meinen Sie mit >rumschäkern<? Jede kommt zu ihrem Recht - auch Margot. So verwirrt bin ich auch wieder nicht. Ich weiß,, .« 

»Setzen Sie sich!«

»Nein, Sir. Ich weiß, wir müssen darüber sprechen, aber im Augenblick sind Sie etwas durcheinander, und es wäre besser, ein oder zwei Tage zu warten - vielleicht auch länger. Bis zum Samstag wird Sie die Vorstellung, eine Frau im Haus zu haben, entweder vollständig In Rage versetzt haben, oder Ihr Ärger wird bis dahin zu einem lauen Lüftchen abgeflaut sein. Sollte das erstere der Fall sein, erübrigt sich jede weitere Diskussion. Tritt der zweite Fall ein, dann sehen Sie vielleicht ein, dass es einen Versuch wert ist. Ich hoffe darauf.*

Ich machte kehrt und verließ das Zimmer. <

Archie ist recht überzeugend wie sich zeigt. 

Archie geht zur Weihnachtsparty und wird von einem Weihnachtsmann mit weißen Handschuhen mit Sekt versorgt. Einer trinkt jedoch Pernod und stirbt, da jemand Gift in sein Glas getan hat.

Wer ist aber der Weihnachtsmann, der nach dem Mord spurlos verschwindet. Das findet Archie erst heraus, als er in seinem Zimmer weiße Handschuhe findet.

Da sowohl Archie als auch Wolfe ihre Geheimnisse haben und auch nicht vor Inspektor Cramer und Purley Stebbins zu Kreuze kriechen wollen, müssen sich die beiden Detektive auf die Suche nach dem Täterle machen. Saul Panzer hilft mal wieder, und Archie tappt hinsichtlich dessen Auftrags mal wieder im Dunkeln.